Am Freitagmorgen liegen sie auf dem feuchten Rasen der Parks von Ceuta: junge Männer, fast ohne Kleidung, Kinder in den Einfahrten öffentlicher Parkhäuser, einige zitternd auf den Sockeln von Denkmälern. Die Stadt ist über Nacht zum improvisierten Schlafsaal geworden. Fahrzeuge des Heeres rollen langsam die Küstenstraße entlang. In zwei Tagen soll der allsommerliche Jahrmarkt beginnen.

Was am Donnerstag geschah, ist in seinen Umrissen unstrittig, in seinen Zahlen nicht. Tausende, offenbar sogar zehntausende Menschen gelangten von Marokko aus nach Ceuta – schwimmend, mit Schwimmhilfen, um den Wellenbrecher herum, der die Grenze im Wasser markiert, teils durch die Grenzanlagen am Tarajal.

Die Guardia Civil barg mindestens 18 Leichen. Die Regierung mobilisierte in Ceuta stationierte Heereseinheiten zur Unterstützung der überforderten Guardia Civil und schloss nach einem Eindringversuch bei Beni Enzar auch die Grenze zu Melilla. Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste am heutigen Freitag zum Ort des Geschehens.

18 meist junge Menschen starben bei dem Versuch der illegalen Einreise in die EU.

© JORGE GUERRERO