Im Museum Abteiberg durchquert der US-Künstler Grant Mooney die jüngere Geschichte der Bildhauerei – auf poetische bis marxistische Weise.

Ästhetisch perfektes Industrieprodukt, aber ausgedient: Ventilatorenflügel in Grant Mooneys „sum“, Installationsansicht

Studio Kukulies; Courtesy the artist and Museum Abteiberg

Vielleicht kann man auch einmal darüber nachdenken, was Bildhauerei uns heute zu sagen hat. Als Genre. So wie es der US-amerikanische Künstler Grant Mooney gerade im Mönchengladbacher Museum Abteiberg macht. „sum“ ist der lakonische Titel seiner Ausstellung, für die er auch Werke von 15 weiteren zeitgenössischen Künst­le­r:in­nen versammelt hat.

Und der Titel macht zugleich ein Manko der abstrakten und konzeptuellen Bildhauerei deutlich, nämlich etwas spröde und unzugänglich zu sein. Über die konkreten Bilder aus der Malerei oder Videokunst lässt sich ja besser streiten. Deren frei erschaffbaren Erzählungen sind ja eigentlich nur die Grenzen der Vorstellungskraft gesetzt. In der Bildhauerei aber hat man es mit einer Menge äußerer Kräfte zu tun.