Die Gruppe von Leipziger Bildhauerinnen, die jetzt den Ostflügel des Hamburger Bahnhofs bespielt, zeigt ihre Skulpturen und Installationen unter dem Titel: „[materialistin]. Matter of Care, Care of Matter“. Das Wortspiel arbeitet mit der Doppelbedeutung von „matter“: Materie und Angelegenheit – also mit der Frage nach der Fürsorge für das Material. Für das Material, aus dem Kunst entsteht. Für die Substanz und das, was der Planet Erde (noch) hergibt an Organischem und Nichtorganischem, an Rohstoffen, die endlich sind, weil die menschliche Gier nach Ressourcen unendlich ist.

Ausstellungsansicht der Installation von Lucy König

© VG BIldkunst Bonn 2026/Lucy König/Jacopo La Forgia

Ein großes ethisches, politisches, soziales Thema, das diese acht Leipzigerinnen, eingeladen im 30. Jubiläumsjahr des Nationalgalerie-Hauses für die Kunst der Gegenwart, da anschneiden. Sie tun es, ohne die Ideologiekeule zu schwingen, ohne die Zukunft destruktiv schwarzzumalen oder zu behaupten, die richtigen Antworten zu haben. Ihre Fürsorge und Achtsamkeit gelten dem Material, das sie in den Fingern haben, aus dem sie Kunst formen. Die Künstlerinnen haben nicht zusammen studiert. Sie stammen aus Ost- und Westdeutschland. Das Leben hat sie nach Leipzig gebracht: Laura Eckert, Enne Haehnle, Elisabeth Howey, Lucy König, Agnes Lammert, Wibke Rahn, Theresa Rothe und Sophie Uchman. Sie arbeiten im Kollektiv, im ideellen wie praktischen Austausch.