Die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sieht in einem möglichen schlechten Abschneiden ihrer Partei bei den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland keine Gefahr für die Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Auf die Frage, ob er sich in diesem Fall halten könne, sagte Hoppermann der Funke Mediengruppe: „Das steht überhaupt nicht zur Debatte. Das sind auch völlig unterschiedlich gelagerte Wahlen.“In Sachsen-Anhalt gehe es darum, eine gesichert rechtsextreme Partei von der Regierung abzuhalten. In Berlin gehe es darum, eine linksgeführte Landesregierung zu verhindern. In Mecklenburg-Vorpommern sei das Ziel der CDU, „die Partei der Mitte zu bleiben“. Merz sei dagegen in der Regierungsverantwortung für Gesamtdeutschland. „Daran ändert sich durch die Landtagswahlen nichts“, sagte Hoppermann.Den Unvereinbarkeitsbeschluss zu AfD und Linke nannte Hoppermann „dringend erforderlich“. Er sei nicht beliebig, sondern die Folge politischer Werte und Positionen. „Die AfD steht inhaltlich und kulturell für alles das, wofür wir als Union nicht stehen. Und das Gleiche gilt auch für die Linkspartei“, erklärte sie. Kritik an Merz wächst Zuletzt hatte es immer wieder Kritik an Merz’ Kommunikationsstil oder dem Personal-Chaos im Kabinett gegeben. Offenbar mehrt sich auch innerhalb der Union der Unmut über den Kanzler. Auch soll in Chatgruppen ein Video mit dem Loriot-Sketch „Das Bild hängt schief“ mit Verweis auf Merz kursieren, bei dem die ungeschickte Hauptfigur beim Versuch, ein Bild geradezurücken, im Raum Zerstörung anrichtet.„Spätestens am 21.9. wird er hinschmeißen müssen oder zum Rückzug gezwungen werden müssen.Anonymer CDU-Politiker laut „Spiegel“Der „Spiegel“ zitiert aus einer Textnachricht eines anonymen, prominenten CDUlers: „Spätestens am 21.9. wird er hinschmeißen müssen oder zum Rückzug gezwungen werden müssen.“Bremens CDU-Chef Heiko Strohmann sagte dem Tagesspiegel im Interview: „Ich will nicht sagen, dass wir eine katastrophale Stimmung haben. Aber es geht schon in diese Richtung.“ Viele Mitglieder seien unzufrieden mit dem Kanzler. Er sagte allerdings auch: „Von der Diskussion um einen Kanzlerwechsel halte ich nichts. Das ist Mumpitz.“Auch der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, kritisierte Merz nach dem Umgang mit dem bisherigen Verkehrsminister Patrick Schnieder deutlich: „Eine Bundesregierung sollte nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden. Diese Vorgehensweise beschädigt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie.“FDP-Chef Wolfgang Kubicki hatte Merz dazu aufgefordert, die Vertrauensfrage zu stellen. „Was Friedrich Merz gerade veranstaltet, ist mehr als nur handwerkliche Fehler oder fehlendes politisches Gespür. Es ist die offene Zurschaustellung, dass das Amt des Bundeskanzlers für ihn zu groß ist“, schrieb Kubicki auf X. Hoppermann will Parteibasis stärker einbeziehen Franziska Hoppermann war im Zuge von Merz' Personalumbau in Regierung und CDU am Dienstag zur neuen Generalsekretärin der Partei gewählt worden. Sie folgte auf Carsten Linnemann, der Gesundheitsminister wurde. Die großangelegten Personalwechsel hatten Unruhe in der CDU verursacht.Hoppermann will nach eigenen Worten Vertrauen zurückgewinnen. „Dazu muss man das Ohr bei der Partei haben und gemeinsam abgestimmt kommunizieren“, sagte sie der Funke Mediengruppe. Sie wolle „die Partei wieder stärker in Richtung der Basis öffnen“. Die frühere Schatzmeisterin der CDU kündigte an, noch in diesem Jahr wieder Kreisvorsitzendenkonferenzen einzuführen und sich bei den Landtagswahlkämpfen einzubringen.Kritik am Kommunikationsstil des Kanzlers wies Hoppermann zurück. Merz kommuniziere „direkt und authentisch“. Im persönlichen Kontakt sei er „sehr aufmerksam, hört intensiv zu und interessiert sich für sein Gegenüber“, sagte die CDU-Generalsekretärin. (dpa, Tsp)