Nach einer beispielslosen Hängepartie war er von Kanzler Friedrich Merz als neuer Verkehrsminister berufen und am Mittwoch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt worden. Nun hat Steffen Bilger seine Prioritäten im Amt beschrieben, die er gemeinsam mit Bahn-Chefin Evelyn Palla angehen will.In der Sendung „Frühstart“ von ntv/RTL sagte der bisherige Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, dabei gehe es vor allem auch um die Pünktlichkeit der Züge.„Ich kann jetzt nicht als neuer Minister sagen, ich will einfach mehr, wenn es nicht möglich sein sollte“, sagte der 47-Jährige. „Aber gemeinsam mit der Bahn müssen wir daran arbeiten, dass wir schneller besser werden, auch was die Pünktlichkeitswerte anbelangt.“ Bilger hatte Patrick Schnieder (CDU) abgelöst, mit dem Kanzler Friedrich Merz (CDU) offensichtlich unzufrieden war, sodass er ihn aus dem Amt drängte, was für großes Rumoren in der CDU sorgt.Stand jetzt muss ich feststellen, dass die Korridorsanierungen nicht das Ergebnis gebracht haben, das man sich erhofft hat.Steffen Bilger, neuer Bundesverkehrsminister (CDU)Der neue Minister kündigte eine Überprüfung und Neubewertung der sogenannten Korridorsanierungen bei der Bahn an, bei denen Abschnitte für mehrere Monate komplett gesperrt und von Grund auf modernisiert werden. „Stand jetzt muss ich feststellen, dass die Korridorsanierungen nicht das Ergebnis gebracht haben, das man sich erhofft hat“, sagte Bilger. Wenn Zeitpläne nicht eingehalten würden, müsse man handeln. „Dann muss man vielleicht schon auch Konsequenzen daraus ziehen.“ Bilger will Sanierungskonzept der Bahn überprüfen Am Mittwochabend hatte Bilger im ZDF-„Heute-Journal“ gesagt: „Es wird seine Zeit brauchen. Gerade wenn wir jetzt viel in die Infrastruktur investieren, dann bedeutet das auch Baustellen. Das bedeutet Behinderungen. Das bedeutet im Bahnbereich dann auch leicht Verspätungen.“ In den ARD-„Tagesthemen“ fügte er hinzu: „Es wird nicht gelingen, dass von heute auf morgen alles gut ist.“Palla stellt heute die Halbjahresbilanz des Staatskonzerns vor. Im ersten Halbjahr 2026 zählte die Bahn nach Medienberichten rund 960 Millionen Fahrgäste – nach Angaben der „Bild“-Zeitung 17 Millionen mehr als im Vorjahr und damit ein Rekord.Im ARD-„Morgenmagazin“ setzte Bilger ein weiteres Schwerpunktthema: „Ich will, dass Deutschland beim Thema Mobilität der Zukunft die Nummer eins ist.“ Der CDU-Politiker weiter: „Bei uns wurde das Auto erfunden, und unser Anspruch sollte sein, dass wir die ganze Technologie rund um die Mobilität für die Welt entwickeln.“ Bilger lehnt Tempolimit auf Autobahnen strikt ab So könnten Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land gehalten werden. Außerdem wolle er dafür sorgen, dass die Milliarden aus dem Sondervermögen Infrastruktur zur Umsetzung gebracht würden. Über die Infrastruktur im Land gebe es zu viele „Negativschlagzeilen“, Verbesserungen müssten spürbar werden, betonte er. Bilger äußerte sich auch zum Autoverkehr. „Ich bin mir sicher, dass in dieser Legislaturperiode kein Tempolimit kommen wird“, sagte Bilger in der Sendung „Frühstart“. Er persönlich sei nicht davon überzeugt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine gute Idee sei, und auch die Koalition habe dazu keine entsprechenden Pläne.„Ich halte nichts von einem generellen Tempolimit“, sagte Bilger. „Wir haben in Deutschland die sichersten Autobahnen, wir haben weniger Verkehrstote als viele Länder in Europa, die Tempolimits haben.“ Ihm komme es auf die Sicherheit und den Fluss des Verkehrs an, betonte der CDU-Politiker. Telematikanlagen, die die Geschwindigkeit je nach Wetter- und Verkehrslage anpassten, seien dafür an vielen Autobahnstrecken bereits im Einsatz. (mit Agenturen)
„Schneller besser werden“: Neuer Verkehrsminister Bilger will bei Pünktlichkeit der Bahn Tempo machen
Die DB freut sich über einen Fahrgast-Rekord. Doch die Kunden brauchen nach wie vor sehr viel Geduld. Der neue Ressortchef im Kabinett Merz dringt auf schnelle Verbesserungen – trotz aller Schwierigkeiten.












