Die Unicredit wird die Commerzbank schlucken. Vielfach herrscht die Meinung vor, dass die unfreundliche Übernahme der deutschen Mittelstandsbank durch die italienische Großbank den Finanzplatz Frankfurt schwächen wird. Das mag stimmen, ist aber eben auch nur ein Teil der Wahrheit. Am Finanzplatz wird ein Institut noch mächtiger, das schon heute die Nummer eins in Deutschland ist, im europäischen Vergleich aber eher unter „ferner liefen“ rangiert: die Deutsche Bank.Eine Bank allein genügt den deutschen Unternehmen zumeist nicht. Die Kombination Unicredit und Commerzbank ist bei deutschen Treasurern gar nicht so selten, und sie ergibt ja auch Sinn: eine große internationale Bank und ein deutsches Haus. Werden beide zu einem Institut, dann müssen sich deutsche Unternehmen umorientieren, allein schon um ein Klumpenrisiko zu vermeiden. Und zwar nicht nur im Kreditgeschäft, sondern auch in anderen Bereichen, etwa beim Cash-Management.Bis sich der Effekt in den Zahlen der Deutschen Bank bemerkbar macht, wird es noch dauern: zwölf Monate oder länger. Das Deutsche-Bank-Management muss aber heute schon an einem Plan B arbeiten. Fusionen über Landesgrenzen hinweg waren lange Zeit verpönt in der Branche, stets wurde auf eine fehlende Kapitalmarktunion hingewiesen. Das ändert sich jetzt. Auf ewig wird sich die Deutsche Bank auf der Strategie des organischen Wachstums nicht ausruhen können.