PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaFC Bayern MünchenWM-Plan des Fifa-ChefsEberl lobt Klopp und attackiert Infantino – „Ich finde es beschämend“Stand: 15:27 UhrLesedauer: 4 MinutenMax Eberl ist Sportvorstand des FC Bayern und kritisiert Gianni InfantinoQuelle: Getty Images/Alexander HassensteinDer FC Bayern bereitet sich am Tegernsee auf die neue Saison vor. Sportvorstand Max Eberl erklärt dort, wie der deutsche Fußball Jürgen Klopp unterstützen muss. Und verurteilt die WM-Pläne von Fifa-Chef Gianni Infantino mit sehr klaren Worten.Bei über 30 Grad am Tegernsee machte der Chef etwas, das den Neuen sehr beeindruckte. Im Trainingslager des FC Bayern wirkte Trainer Vincent Kompany am Mittwoch in der Vormittagseinheit mit. Und Zugang Nathaniel „Nene“ Brown staunte, was der ehemalige Weltklasse-Verteidiger und einstige Nationalspieler Belgiens noch drauf hat. Über 2000 Zuschauer waren an den Sportplatz Birkenmoos gekommen, um Brown, dessen Kollegen und Kompany zu beobachten.Künftig soll Brown die Defensive der Bayern stärken, der Trainer und die Klubbosse sind absolut überzeugt von ihm. Rund 50 Millionen Euro zahlte der deutsche Fußball-Rekordmeister für den 23-Jährigen, der mit Deutschland in diesem Sommer bei der WM in den USA spielte, an Eintracht Frankfurt.Nach dem Training am Mittwoch stellte der Münchner Klub Brown auf einer Pressekonferenz in einem Hotel offiziell vor. Sportvorstand Max Eberl lobte die enorme Vielseitigkeit des jungen Defensivprofis: „Spätestens bei der WM hat man gesehen, was er kann. Er hat sich bei Frankfurt trotz des Drucks sehr gut entwickelt. Er hat eine hohe Spielintelligenz. Ihm gehört die Zukunft. Als sich die Chance aufgetan hat, mussten wir zuschlagen.“Der Gelobte sagte: „Ich weiß, was ich kann – und was ich noch nicht kann.“ Trainer Kompany zeige ihm, was er noch besser machen kann. Kopfbälle müsse er noch etwas üben, so Brown selbstkritisch. „Mein Ziel ist, so viele Spiele wie möglich zu machen“, betonte er. Brown konkurriert auf der linken Abwehrseite künftig mit Alphonso Davies. Ein Verkauf des kanadischen Nationalspielers schloss Eberl trotz des internen Konkurrenzkampfes in der Abwehr aus.Lesen Sie auchAuf der Pressekonferenz ging es längst nicht nur um Brown. Es drehte sich vieles um zwei Themen, welche die Fußballbranche in diesen Tagen entscheidend beschäftigen: den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp und die neuesten Pläne des umstrittenen Fifa-Chefs Gianni Infantino.Was erwartet Brown von Klopp? „Ich hoffe, dass ich ihn erst mal kennenlerne. Und dass es einfach besser wird. Die WM war einfach nicht gut“, so der Zugang der Bayern. Eberl sicherte Klopp seine Unterstützung zu. „Jürgen allein wird es nicht richten. Er ist ein herausragender Trainer. Aber es ist schon etwas anders, wenn du nur alle paar Monate die Spieler einige Tage um dich hast. Wir alle im deutschen Fußball werden ihn unterstützen.“Sehr eindeutig äußerte sich Eberl zu den Plänen Infantinos. Die Fifa plant unter seinem Vorsitz einen Verkauf von 20 bis 30 Prozent der Anteile an einem noch zu gründenden Unternehmen, das die WM kontrollieren soll. „Ich finde es beschämend“, so der Sportvorstand. „Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Der Fußball gehört uns nicht. Das ist ein Spiel. Die Fifa ist dazu da, um das Spiel zu begleiten, es in Formen und Regeln zu bringen und Weltmeisterschaften auszurichten. Momentan habe ich das Gefühl, die Fifa ist dazu da, nur Profit zu machen.“Max Eberl spricht von Boykott und lobt die UefaEberl sagte zudem: „Ich fühle mich als Kind des Fußballs, darf das jetzt schon seit mehreren Jahrzehnten machen. Es fühlt sich an, dass man nur Geld verdienen will auf allen möglichen Kanälen. Und selbst mich, der im Fußball wirklich da zuhause ist – mich ekelt das.“ Er finde es gut, dass der europäische Fußballverband Uefa „eine Krisensitzung einberufen hat. Ich bin kein Freund von Boykott, ich bin ein Freund von Dialog. Aber wenn es so weit kommt, dann bin ich auch dafür, dass wir als Europa eine starke Stirn bieten und sagen: Nee, da machen wir nicht mit. Das ist nicht unser Sport. Und dann auch dagegen vorgehen würden.“ Eberls Fazit: „Es fühlt sich echt beschissen an!“Am Samstag brechen Eberl und Brown mit der Mannschaft des FC Bayern zu einer einwöchigen Asien-Tour auf. Es geht auf die südkoreanische Insel Jeju und nach Hongkong. Bis zum Ende der Transferperiode will der Klub seinen Kader noch verkleinern. „Wir haben drei Spieler, bei denen wir offen sind, sie abzugeben. Sie haben keine Zukunft bei Bayern“, sagte Eberl. „Wenn sie bei uns bleiben wollen, wird es hart, weil wir nicht mit ihnen planen. Dann werden sie keine Rolle spielen. Das ist bei Sacha Boey, João Palhinha und Bryan Zaragoza der Fall.“Offensivstar Michael Olise soll zu Real Madrid wollen. Darüber wurde zuletzt viel berichtet, Olise soll das in der Kabine der französischen Nationalelf deutlich gemacht haben. Eberl sagte locker lächelnd zu den Gerüchten: „Wir haben mit Michael immer wieder Kontakt gehabt. Auch während der WM. Die Spekulationen wurden immer wieder befeuert, aber da ist nichts dran und er wird nach seinem Urlaub ganz normal zurückkommen.“Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über den FC Bayern, die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen. Zuletzt war er bei der Fußball-WM in den USA.