Der Anteil der weiblichen Mitglieder in Vorständen deutscher Konzerne ist zuletzt geschrumpft. Im Mai seien ​19,1 Prozent der Vorstandsposten in den 183 wichtigsten börsennotierten Unternehmen von Frauen besetzt gewesen, hieß es in einer jährlichen Studie der Initiative „Frauen in ‌die Aufsichtsräte“ (FidAR), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. „Der über Jahre anhaltende Anstieg des Frauenanteils in den Führungspositionen der Privatwirtschaft ist weitgehend gestoppt“, teilten die Studienmacher mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 19,9 Prozent. Die Frauenquote ist damit zwar fast viermal so hoch wie 2015, von einer paritätischen Besetzung sind die Vorstände aber noch weit entfernt. Für die Vorstände gilt in Deutschland seit vier Jahren die Vorgabe, mindestens eine Frau in das Gremium aufzunehmen, wenn dieses mehr als ‌drei Mitglieder umfasst. Von den 61 Unternehmen, auf ​die das zutrifft, hat Südzucker im vergangenen ‌Jahr als letztes die Lücke geschlossen. 73 der 183 Chefetagen sind aber weiterhin ‌ausschließlich mit Männern ​besetzt, 27 haben nach eigenen Angaben auch nicht das Ziel, eine Vorständin zu suchen. FidAR-Präsidentin Anja Seng forderte, die Vorgabe zur Pflicht zu machen ​und auf mehr Unternehmen auszuweiten.