Der hessische CDU-Politiker Michael Meister erntet aus Anlass seines Ausscheidens aus dem Amt des Staatsministers im Bundeskanzleramt Zuspruch aus seinem Landesverband. Er bleibe „eine starke und wichtige Stimme Hessens in Berlin“, sagte Generalsekretär Leopold Born auf Nachfrage der F.A.Z.„Als einer der dienstältesten Parlamentarier und mit seiner umfangreichen Regierungserfahrung ist er ein wichtiger Impulsgeber in der Bundespolitik.“ Born sagte auch, die hessische CDU respektiere die Entscheidung des Kanzlers.Das beteuerte auch Meister selbst auf Instagram. Der Bundesregierung wünschte er für die bevorstehenden Aufgaben viel Erfolg. „Für das Vertrauen und die Zusammenarbeit in meiner Zeit als Staatsminister beim Bundeskanzler bin ich dankbar“, so Meister. Er kündigte an, dass er sein Mandat als Bundestagsabgeordneter für den Kreis Bergstraße „weiterhin mit unverändertem Engagement wahrnehmen“ werde.„Eine politische Ausnahmeerscheinung“Das bekräftigte Birgit Heiland, Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Bergstraße und Landtagsabgeordnete, im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“. Die Entscheidung des Bundeskanzlers sei zu respektieren. „Ich persönlich bedauere sie jedoch außerordentlich“, so Heiland. Meister nehme sein Mandat „mit voller Kraft“ wahr. Der Kreis Bergstraße könne sich daher auch künftig auf eine „starke Stimme“ zur Vertretung seiner Interessen in der Hauptstadt verlassen. Meister ist Ehrenvorsitzender des Kreisverbands.Landrat Christian Engelhardt (CDU) würdigte Meister auf Facebook. Meister sei gegenwärtig nicht nur der dienstälteste Abgeordnete der Union, sondern auch eine „politische Ausnahmeerscheinung“. Der Fünfundsechzigjährige gehört dem Parlament seit 1994 an.Vorher hatte der promovierte Mathematiker fünf Jahre lang im Operationszentrum der Europäischen Raumfahrtbehörde in Darmstadt gearbeitet. Von 2018 bis Ende 2021 war er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.Brands besonderer EinflussNach der Übernahme der Kanzlerschaft hatte Friedrich Merz den Südhessen im vergangenen Jahr zum Staatsminister im Kanzleramt berufen. Der Rang entspricht, anders als der Titel es sagt, dem eines Parlamentarischen Staatssekretärs. Meister war für die Zusammenarbeit des Bundes mit den Ländern verantwortlich.Der zweite Parteifreund aus Hessen, den Merz im vergangenen Jahr berief, war der Fuldaer Abgeordnete Michael Brand. Er ist Parlamentarischer Staatssekretär im Familienministerium. Als Vorsitzender der hessischen Abgeordneten verfügt er über einen besonderen Einfluss in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.Dies ändert nichts daran, dass die hessische CDU seit Beginn der Wahlperiode keinen Bundesminister stellt. Allerdings wurde Karsten Wildberger, der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, in Gießen geboren. Wolfram Weimer, im Rang eines Parlamentarischen Staatssekretärs im Kanzleramt für Kultur und Medien verantwortlich, stammt aus Gelnhausen.Meisters Aufgaben im Kanzleramt übernimmt der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor (CDU). Die Ernennungen der künftigen Amtsinhaber durch den Bundespräsidenten sind für Mittwoch vorgesehen.
Hessen: Ausgeschiedener Staatsminister bekundet Merz Respekt und erntet Lob
Michael Meister hat seinen Posten als Staatsminister im Bundeskanzleramt verloren. Hessische Parteifreunde würdigen ihn. Aber einen Aufstand wie andernorts gibt es nicht.















