Der Adressat der politischen Botschaft, welche die Ukraine mit dem Angriff auf iranische Schiffe im Kaspischen Meer ausgesendet hat, ist nicht das Regime in Teheran, sondern Donald Trump. Unmittelbar vor seinem Besuch in Washington an diesem Dienstag demonstriert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem amerikanischen Präsidenten auf diese Weise, dass die Ukraine und die Vereinigten Staaten die gleichen Feinde haben.Mit dem gleichen Ziel hat Selenskyj vor seinem Aufbruch aus Kiew auch über angebliche Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste gesprochen, wonach Russland Iran bei Angriffen auf US-Stützpunkte mit Satellitendaten unterstütze.Kiew ist nicht nur BittstellerUnd noch etwas soll die Attacken zeigen: Die Ukraine tritt nicht nur als Bittsteller auf. Sie ist bereit und in der Lage, sich selbst nützlich zu machen. Das ist die Fortsetzung des Kurses, den Kiew schon zu Beginn des Irankriegs im Frühjahr eingeschlagen hat, als es den US-Verbündeten am Golf Unterstützung bei der Drohnenabwehr angeboten hat.Während Selenskyj im Plural von „Schlägen“ sprach, hat Iran nur einen Treffer bestätigt. Doch selbst wenn das nur ein kleiner Nadelstich war, ist es für das islamistische Regime angesichts der Blockade seiner Häfen am Persischen Golf eine schlechte Nachricht, dass der Seeweg über das Kaspische Meer nun auch nicht mehr sicher ist. Die Ukraine dagegen muss die Vergeltungsdrohungen Irans nicht fürchten: Mehr als bisher wird Teheran den russischen Aggressor nicht unterstützen können.
Ukraine gegen Iran: Eine Botschaft an Donald Trump
Die Ukraine kann mit den Angriffen auf iranische Schiffe im Kaspischen Meer politisch gewinnen. Die Vergeltungsdrohungen Teherans braucht sie nicht zu fürchten.













