Alle Augen blicken am Dienstag nach Washington. In der amerikanischen Hauptstadt wird US-Präsident Donald Trump sowohl den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu binnen weniger Stunden empfangen.

Der Hintergrund: Sowohl der Ukraine- als auch der Iran-Krieg wachsen immer stärker zusammen. Die Entscheidung Kiews, am Wochenende mit dem Iran verbundene Schiffe im Kaspischen Meer anzugreifen, war ein Wendepunkt: Zwei bislang getrennte Kriege verschmelzen zunehmend zu einem einzigen Konflikt, argumentiert beispielsweise der Kommentator Mark Ames.

Das Kaspische Meer wird zur neuen Front

„Selenskyj ließ das iranische Schiff im Kaspischen Meer aus demselben Grund angreifen, aus dem seine Leute Laura Loomer dafür bezahlten, nach Kiew zu kommen und sie zu interviewen. Es ist eine PR-Kampagne, um Trump für sich zu gewinnen“, sagte Ames, langjähriger Russland-Korrespondent und Analyst. „Falls ein Angriff auf den Iran den Krieg ausweitet – umso besser. Das bedeutet, dass sich die Ukraine im Krieg mit Trumps Feind befindet.“

Ukrainische Drohnen griffen am vergangenen Wochenende die unter Sanktionen stehenden Frachtschiffe „Port Olya-2“ und „Begey“ sowie ein Raketenboot der Molnija-Klasse (Projekt 12418) im Kaspischen Meer an, erklärte Präsident Selenskyj. Kiew bezeichnet diese Schiffe als Teil eines Versorgungsnetzwerks, das iranische Munition, Artilleriegranaten, Schutzwesten und Komponenten für Shahed-Drohnen nach Russland transportiere. Das iranische Außenministerium erklärte, bei dem Angriff sei ein Matrose auf einem iranischen Handelsschiff getötet und ein weiterer verletzt worden. Zudem wurde der amtierende ukrainische Geschäftsträger einbestellt, um gegen den aus Teheraner Sicht „feindseligen und kriminellen Akt“ zu protestieren.