PfadnavigationHomeNewstickerDPAafxlinetopthemenIran- und Ukraine-Krieg: Netanjahu und Selenskyj bei TrumpStand: 18:24 UhrLesedauer: 4 MinutenTrump hat gleich zweimal hochkarätigen ausländischen Besuch im Weißen Haus empfangen. (Archivbild)Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpaEs ist auch für einen US-Präsidenten ein außergewöhnlich volles Programm: Gleich zweimal empfängt er hochrangigen ausländischen Besuch im Weißen Haus. Was dabei wichtig ist.Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen. Der Besuch wurde auch deshalb mit Spannung erwartet, weil unterschiedliche Interessen im Ende Februar gemeinsam von Israel und den USA begonnenen Krieg zuletzt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten. Unmittelbar vor Netanjahu empfing Trump bereits den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus.Anlass der zwei internationalen Treffen dort war ein Trauerfall: Selenskyj und Netanjahu kamen in die US-Hauptstadt zur Trauerfeier für den unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham. Er hatte sich einen Namen als wichtiger Unterstützer Israels und der Ukraine gemacht.Das ist bei den beiden Treffen wichtig:Netanjahu und TrumpTrump empfing Netanjahu zuletzt kurz vor Beginn des Iran-Kriegs im Februar im Weißen Haus. Seitdem gab es kein persönliches Treffen mehr - und Berichte über Differenzen der beiden im Iran-Krieg sorgten mehrfach für Schlagzeilen. Der zentrale Konflikt bestand demnach darin, dass Israel den Krieg fortsetzen wollte, während Trump auf eine diplomatische Lösung drängte.Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu schien Trump diesen Eindruck zu bestätigen. Im Gespräch mit dem Sender Fox News stellte er es so dar, als würde Netanjahu versuchen, ihn davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Angesprochen auf Berichte, dass Netanjahu bei seinem Treffen mit ihm über Aktivitäten rund um eine mutmaßliche Atomeinrichtung im Iran sprechen wolle, die als «Pickaxe Mountain» bekannt ist, sagte Trump: «Nun, ich brauche Bibi nicht, um mir das zu sagen. Bibi erzählt mir das, weil er möchte, dass ich weiterhin involviert bleibe.»Das US-Boulevardblatt «New York Post» berichtete jüngst unter Berufung auf eine Quelle in Israel, dass Netanjahu bei seinem Treffen mit Trump in Washington voraussichtlich Geheimdienstinformationen vorlegen werde, wonach der Iran Nuklearbestrebungen am Standort «Pickaxe Mountain» im Zentraliran vorantreibe.Der israelische TV-Sender N12 berichtete, Netanjahu wolle Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bestrebungen des Irans vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wiederaufzubauen. Dazu gehörten auch angebliche Bestrebungen von Irans oberstem Führer, Ajatollah Modschtaba Chamenei, auf eine Atomwaffe hinzuarbeiten. Teheran dementiert solche Berichte schon seit Jahren. Medienberichten zufolge könnte Netanjahu Trump um die Zustimmung zu neuen Angriffen Israels im Iran bitten. Vor einer richtungsweisenden Wahl in Israel im Oktober ist es für Netanjahu allerdings auch entscheidend, Einigkeit mit Trump zu zeigen.Der US-Präsident ließ in seinem Gespräch mit Fox News erkennen, dass er eine Vereinbarung mit dem Iran gegenüber schwereren Angriffen bevorzuge. Seiner Darstellung nach sah auch der kürzlich gestorbene US-Senator Lindsey Graham in den Wochen vor seinem Tod eine Einigung mit dem Iran als den besseren Weg.Selenskyj und TrumpTrump hatte Selenskyj in den vergangenen Wochen am Rande verschiedener Gipfel mehrfach persönlich gesprochen. Das Treffen nun im Weißen Haus fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde.Bei dem Treffen im Weißen Haus sei es um eine Stärkung der ukrainischen Flugabwehr gegen russische Raketenangriffe gegangen, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. «Der Präsident und ich haben über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen und andere Dinge, die helfen können», schrieb er.Außerdem sei es um eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende gegangen. «Ich bin den Vereinigten Staaten dankbar für ihre feste Unterstützung», erklärte Selenskyj. Die USA sehen sich in dem Krieg als Vermittler - ihre Bemühungen für ein Kriegsende sind zuletzt aber auch infolge des eigenen Kriegs gegen den Iran in den Hintergrund geraten.Es wird erwartet, dass Selenskyj im Anschluss an die Gedenkveranstaltung für Graham am Abend (US-Ostküstenzeit) auch Senatoren beider Parteien trifft. Nach Informationen des US-Portals «The Hill» wurden alle 100 Senatoren zu dem Treffen eingeladen. In der Kongresskammer wird seit langem über ein neues Sanktionspaket gegen Russland verhandelt, das der Trump-Verbündete Graham maßgeblich vorangetrieben hatte. Es richtet sich unter anderem gegen Länder, die russische Energieträger importieren und damit helfen, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Nach dem Tod Grahams versuchen mehrere Senatoren, das Anliegen ihres gestorbenen Kollegen zum Abschluss zu bringen.dpa-infocom GmbH
Iran- und Ukraine-Krieg: Netanjahu und Selenskyj bei Trump - WELT
Es ist auch für einen US-Präsidenten ein außergewöhnlich volles Programm: Gleich zweimal empfängt er hochrangigen ausländischen Besuch im Weißen Haus. Was dabei wichtig ist.













