Überall liegen Blumen. Am Eingang zur Bellevueallee, die direkt zum Schloss des Bundespräsidenten führt. Auf dem Ahornsteig, dort stehen auch Kerzen. Überall dort, wo ein Mensch schwer oder lebensgefährlich verletzt wurde, und auch dort, wo eine Frau getötet wurde.Zwei Tage nach dem islamistischen Terrorangriff auf Teilnehmer des Christopher Street Days (CSD) sind am Tatort Hunderte Menschen unterwegs. Touristen, Spaziergänger und andere, die ihrer Trauer Ausdruck verleihen wollen. „Einfach mal eine halbe Sekunde innehalten und dann erst fotografieren!“, schnauzt eine Radfahrerin einen Mann an, der das Blumengebinde an einem Absperrgitter fotografiert.

Zwischen den Tausenden Blumen liegen handgemalte Schilder: „Für die Freiheit! Für das Leben! Gegen Islamismus!“ ist da zu lesen. Und: „Liebe siegt.“ Die Einmündung Bellevueallee/Ahornsteig hat sich zu einem Gedenkort entwickelt.

Etwa 80 Meter davor war der Attentäter mit einem Transporter gegen einen Baum geprallt. Zuvor fuhr er etwa einen halben Kilometer auf dem Parkweg durch die Menschenmenge, die anlässlich des CSD im Park unterwegs war. Auf seiner Fahrt verletzte er zahlreiche Menschen zum Teil schwer und tötete eine Frau aus Polen vor den Augen ihrer Familie. Hier an dem Gedenkort liegen die meisten Blumen. Einem älteren Mann, der gerade eine Sonnenblume ablegt, stehen die Tränen in den Augen. „Wie kann man so verkommen sein und so eine Tat begehen“, sagt er. „Der Junge ist doch hier zur Schule gegangen.“