Mit der Wende gingen alte und kamen neue Probleme in die Gegend an der Potsdamer Straße. Früher sei es hier sehr lebenswert gewesen, sagt Ullrich Radatz. „Als ich hergezogen bin, da war das hier eine Idylle, da war ja am Potsdamer Platz Ende. Jetzt gibt es hier den Durchgangsverkehr“, schildert der 79-Jährige. Außerdem in unmittelbarer Nähe: ein Burgerladen, ein Willkommenszentrum und eine Galerie.
Abdul Ballout wuchs auf dieser Ecke in Berlin-Schöneberg auf. Der Attentäter, der am Rande des Christopher Street Day in eine Menschenmenge fuhr und anschließend mit einer Machete auf sie losging, lebte seit seiner Kindheit in einer Seitenstraße der dicht befahrenen Potsdamer Straße. Ballout verletzte am Samstagabend mindestens 17 Menschen teils lebensgefährlich, von denen eine Frau noch am Tatort ihren schweren Verletzungen trotz Reanimation erlag.
Wohnung von Abdul Ballout ist verbarrikadiert
Das Haus, in dem Ballout aufwuchs, liegt direkt neben einer Spielhalle, vor der eine Parkuhr in Pride-Farben steht. Am Klingelschild steht sein Nachname auf einem Aufkleber in grüner Schrift. Darüber steht noch ein Name – der einer bekannten Großfamilie in Berlin. Das Schloss zum Haus ist aufgebrochen, der Aufzug kaputt. Im Treppenhaus liegen Zigarettenkippen, die Klingeln sind verdreckt, ein Papiertaschentuch fliegt herum. Ein alter Katzenkratzbaum steht auf dem Flur, ebenso wie ein Wäscheständer und ein Kinderfahrrad.











