InterviewWie der «Kampf gegen rechts» ausufert: Ein Mitarbeiter einer linken NGO erhebt schwere VorwürfeHolger Marcks kennt die Arbeit staatlich geförderter Organisationen von innen. Im Gespräch mit der NZZ erklärt er, wie sie die Debatte beschädigen. Die Gefahr eines neuen Faschismus wird aus seiner Sicht bewusst überzeichnet.27.07.2026, 04.30 Uhr10 LeseminutenDer Sozialwissenschafter Holger Marcks in Mannheim.Herr Marcks, Sie haben eine linke Biografie, haben zum Thema Rechtsextremismus geforscht und arbeiten seit fünf Jahren im NGO-Bereich. Den «Kampf gegen rechts» sehen Sie allerdings grundsätzlich kritisch. Wie kommt das?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Weil ich ihn für dysfunktional halte, nicht erst seit gestern. Wir sehen ja die Ergebnisse. Die AfD liegt im Osten bei fast 40 Prozent in verschiedenen Bundesländern, sie ist bundesweit als stärkste Kraft etabliert, scheint fast schon uneinholbar. Das linke Lager, das für diesen Kampf gegen rechts steht, verliert immer mehr an Boden. Und das, obwohl sehr viel staatliches Geld investiert worden ist in Vereine, vor allem über das Programm «Demokratie leben!». Ich wünschte, ich könnte etwas anderes sagen, aber bei dieser Bilanz kann keiner von einem Erfolg sprechen. Und doch führt die staatlich geförderte Zivilgesellschaft ihren Kampf unbeirrt fort. Es ist kein strategisches Umdenken zu erkennen, eher im Gegenteil.Sollte die Zivilgesellschaft Extremisten, die Teile unserer Verfassung ablehnen, denn nicht bekämpfen?Wenn es denn wirklich nur gegen Extremisten ginge. Aber das ist schon lange nicht mehr der Fall. Wir sehen ja schon bei der AfD, dass sowohl die Behörden als auch die Politikwissenschaft Probleme haben, sich einig zu werden, ob die Partei «gesichert rechtsextrem» ist. Wir können uns darauf einigen, dass sie das in Teilen ist. Aber bei der Gesamtpartei wird das schon schwierig und bei den Wählern erst recht. Die Forschung kann keine so starke Zunahme rechtsextremer Einstellungen in der deutschen Gesellschaft sehen, wie es dieser politische Rechtsruck nahelegt. Gleichzeitig sehen wir eine Ausweitung des Begriffs Extremismus. Es wird mittlerweile sehr viel als rechtsextrem oder faschistisch bezeichnet.Zum Beispiel?Nehmen wir etwa die Reportage von «Correctiv» über das Geheimtreffen in Potsdam und die anschliessenden Demos gegen rechts. Seitdem wird die CDU als Steigbügelhalter des Faschismus oder gleich als rechtsextrem bezeichnet. Wir führen mittlerweile seit Wochen im deutschen Feuilleton eine Debatte über einen neuen Faschismus, was meines Erachtens einer seriösen politikwissenschaftlichen Definition nicht standhält. Oder nehmen Sie den neuen Vorsitzenden der Linkspartei, Luigi Pantisano, der der CDU eine faschistische Politik vorgeworfen hat. All das radikalisiert junge Leute. Viele schenken der Erzählung einer massiven Bedrohung von rechts Glauben.Die Existenzberechtigung vieler NGO hänge davon ab, dass die Gefahr von rechts dauerhaft in der Öffentlichkeit präsent sei, sagt Marcks.Selbst wenn das falsch oder verzerrend sein sollte: Muss man das nicht unter Meinungsfreiheit verbuchen?Es herrscht aber keine Waffengleichheit bei solchen Äusserungen. Der Staat unterstützt zivile Akteure ja mit beträchtlichen Ressourcen, die dann versuchen, auf den politischen Diskurs einzuwirken und ihn in eine bestimmte Richtung zu steuern. Das ist schon für sich genommen aus demokratietheoretischer Sicht fragwürdig. Hinzu kommt, dass viele übersteuern und selbst polarisierend wirken, mitunter sogar repressiv.Wie kommt das?Zunächst einmal muss man sich klarmachen, dass viele zivilgesellschaftliche Organisationen politisch sehr homogen sind. Wer dort arbeitet, steht in der Regel der Linkspartei, der SPD oder den Grünen nahe. Es ist aus soziologischer Sicht völlig erwartbar, dass es in diesem Lager eine starke Voreingenommenheit gibt, die sich durch Gruppendynamiken verstärkt.Haben Sie dafür ein Beispiel?Nehmen Sie die Diskussion über Menschenfeindlichkeit und Transfeindlichkeit. Da hat seit 2022 eine sehr starke Verengung des Diskurses stattgefunden. Äusserungen, die vorher als unkontrovers galten, wurden plötzlich als menschenfeindlich gewertet, zum Beispiel: «Es gibt nur zwei biologische Geschlechter.» Es hat in dieser Zeit durch den Einfluss staatlich geförderter Organisationen und entsprechender Meldestellen auch ein sogenanntes Overblocking stattgefunden, es wurden also Accounts geblockt, Inhalte gelöscht, Verfahren eröffnet. Man hat Inhalte und Meinungsäusserungen als illegitim abgewertet und mit Sanktionen belegt, nur weil bestimmte Leute sie nicht als opportun empfunden haben. Dabei sind sie nicht einmal falsch.Aber gibt es nicht ein Problem mit hasserfüllten Äusserungen im Netz? Muss man darauf nicht irgendwie reagieren?Es gibt natürlich einen gewissen Sockel in der Gesellschaft an Menschen, die tatsächlich menschenfeindliche Positionen vertreten. Aber die Trennschärfe ist verlorengegangen. Es wird dann häufig nicht mehr unterschieden zwischen Äusserungen, die etwa Transmenschen die Menschenwürde absprechen, und solchen, die etwa bestimmte Sprachregelungen ablehnen oder das Selbstbestimmungsgesetz in dieser Form. All das wird dann unter Transfeindlichkeit zusammengefasst und entsprechend gehandhabt.Trotzdem bleibt der viele Hass im Internet ein Problem, oder?Hass ist eine sehr menschliche und normale Emotion, so unschön er auch ist. Und wenn wir eine digitale Öffentlichkeit haben, in der sich sehr, sehr viele Menschen in einer sehr emotionalisierten Weise äussern, dann ist es auch erwartbar, dass viel Hass zum Vorschein kommt. Und natürlich trifft der dann nicht nur Linke. Laut einer Studie gibt es sogar einen leichten Überschuss rechter Personen, die sich aufgrund von Anfeindungen im Netz nicht trauen, sich frei zu äussern.Was Sie sagen, klingt so, als seien Nichtregierungsorganisationen mitverantwortlich für die Radikalisierung von Linken.Wenn Bewegungen sich radikalisieren, dann steht im Zentrum meist eine starke Bedrohungserzählung. Leute glauben irgendwann, es herrsche eine unmittelbare Gefahr, deshalb brauche es jetzt besonders drastische oder gar radikale Massnahmen. Rechte diskutieren seit Jahren über eine vermeintliche Umvolkung oder den Volkstod. In den zehner Jahren haben Terroristen aus solchen Narrativen ihre Handlungslegitimation abgeleitet. Diese Erzählung hat dem Rechtsextremismus einen gewissen Auftrieb gegeben, und daraus folgten als Reaktion dann ja auch der Kampf gegen rechts und die Förderung einer Zivilgesellschaft, die sich diesem Kampf widmen soll. Nur: Über die Jahre hat diese sich ihre eigene Bedrohungserzählung geschaffen.Teile des linken Lagers seien fest davon überzeugt, dass ein neuer Faschismus bevorstehe.Wie sieht die genau aus?Teile des linken Lagers sind fest davon überzeugt, dass die Heraufkunft eines neuen Faschismus kurz bevorsteht. In diesen Tagen sprechen einige sogar ganz offen über linke Militanz, mit Konzepten, die wir eigentlich aus der linksradikalen Szene kennen. Man sieht es ganz deutlich am Sänger Danger Dan, der jetzt in einem Lied codiert zur Gewalt gegen Rechtsextreme aufruft.Aber der Musiker durfte mit seinem Lied nicht im öffentlichrechtlichen Rundfunk auftreten. Es wurden also Grenzen gezogen.Ich würde nicht unterschätzen, was da gerade passiert. Der Mann hat eine der grössten Plattenfirmen der Welt im Rücken, sein Lied hat durch die öffentliche Aufmerksamkeit Millionen Aufrufe bekommen. Er breitet ein Szenario aus, in dem Faschisten an die Macht kommen, und macht dann minutenlang Vorschläge, gegen sie vorzugehen, die sich an der Grenze zur Illegalität oder sogar jenseits davon bewegen. Er ruft dazu auf, anonym zu agieren, keine Spuren zu hinterlassen. Es gibt sogar einen codierten Gewaltaufruf mit Bezugnahme auf die Antifa Ost, die ja mit Gewalttaten gegen Rechtsextreme und vermeintliche Rechtsextreme hervorgetreten ist. Selbst in akademischen Milieus, auf Plattformen wie Linkedin, diskutieren normale Leute plötzlich ganz unbefangen darüber. Seit Monaten reden Linke darüber, dass der Faschismus unmittelbar bevorstehe, und je weiter man nach links geht, desto dichter wird dieser Diskurs. Ich würde nicht ausschliessen, dass in den nächsten Monaten junge Leute zur Tat schreiten.Von Nichtregierungsorganisationen zu codierten Gewaltaufrufen in Songtexten ist doch ein sehr weiter Weg. Die meisten Mitarbeiter solcher Vereine dürften Gewalt ablehnen. Man kann sie schwerlich für die Verirrungen von Musikern wie Danger Dan verantwortlich machen, oder?Das tut ja niemand. Trotzdem wird die Bedrohungserzählung einer ernsthaften Gefährdung der Demokratie vom linken Lager in die Öffentlichkeit getragen, und manche Nichtregierungsorganisationen malen diese Gefahr ständig aus. Wer sich dagegenstellt, muss sich den Vorwurf der Verharmlosung gefallen lassen.Wo haben Sie das beobachtet?Als sich Jan Philipp Reemtsma kürzlich in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gegen die exzessive Nutzung des Faschismusbegriffs wandte, meldeten sich linke Sozialwissenschafter zu Wort, die ihn kritisierten. Der Tenor war, er verharmlose die Gefahr. Natürlich gibt es keine direkten organisatorischen Bezüge zwischen NGO und den Wissenschaftern, aber wir sprechen hier vom gleichen soziopolitischen Milieu. Die staatlich geförderte Zivilgesellschaft beruft sich immer stark auf bestimmte Wissenschafter und erstellt selbst Studien, die ihre Thesen stützen sollen, die Wissenschafter dann wohlwollend kommentieren. So entsteht ein Kreislauf. Letztlich ist das wenig überraschend. Denn die Existenzberechtigung der NGO hängt ja davon ab, dass die Gefahr von rechts dauerhaft in der Öffentlichkeit präsent ist. Die Akteure rationalisieren sich die Welt so, dass es mit ihren eigenen Interessen zusammenfällt. Das sollten wir seit Max Weber wissen.Damit insinuieren Sie, dass es sich hier nicht um Wissenschaft handele. Ein starker Vorwurf.Sozialwissenschaft ist ein wissenschaftlicher Bereich, der immer anfällig ist für politische Instrumentalisierung. Es ist keine Wissenschaft, deren Aussagen wie bei der Naturwissenschaft klar zu beweisen oder zu widerlegen sind. In der Sozialwissenschaft geht es immer um Plausibilisierung, sosehr man mit empirischen Methoden arbeitet. Hinzu kommt, das ist wissenschaftlich belegt, ein immer stärkerer Linksdrift in den Sozialwissenschaften in den vergangenen Jahrzehnten. Auch die Arbeit zum Rechtsextremismus war vor zehn, fünfzehn Jahren ein Nischenthema. Mittlerweile arbeiten sehr viele Leute dazu, deren politische Identität eng mit dem Kampf gegen Rechtsextremismus verknüpft ist.Haben Sie konkrete Anhaltspunkte dafür, dass unter dem Etikett der Wissenschaft politische Agitation betrieben wird?Ein gutes Beispiel dafür ist der Transfeindlichkeitsdiskurs, von dem ich schon sprach. Selbst Leute wie Jan Böhmermann behaupten inzwischen, es sei wissenschaftlich schon längst Konsens, dass es mehr als zwei – und man achte auf die Formulierung – biologische Geschlechter gebe. Das deckt sich natürlich nicht mit der Debatte in der Biologie. Da gibt es Diskussionen über Varianten innerhalb der Geschlechtsklassen. Aber das stellt nicht die Zweigeschlechtlichkeit infrage. Man kann gut sehen, wie sich diese Verzerrung konkret niederschlägt, etwa im AfD-Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Ein ganzes Kapitel widmet sich der vermeintlichen «Ideologie der Zweigeschlechtlichkeit». Aussagen einzelner AfD-Mitglieder, dass es nur zwei Geschlechter gebe, werden dort als Beleg für die Verfassungsfeindlichkeit der Partei angeführt. Was soll man dazu noch sagen? Das sind antiaufklärerische Tendenzen in akademischen Milieus.Das ist aber kein Beispiel für aktivistische Wissenschaft, sondern für die nachträgliche Verzerrung wissenschaftlicher Diskussionen.Das kommt in der Tat viel häufiger vor. Allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass Sozialwissenschafter geneigt sein könnten, die Ergebnisse zu liefern, die von ihnen erwartet werden oder die sie von sich selbst erwarten.Sind die Begriffe Hass, Hetze und Desinformation aus Ihrer Sicht geeignete Begriffe, um mögliche Fehlentwicklungen in den sozialen Netzwerken auf einen Nenner zu bringen?Wenn wir von Hass und Hetze reden, dann reden wir, so unschön das ist, von relativ normalen menschlichen Eigenschaften. Hinzu kommt, dass der Begriff sehr selektiv angewandt wird, nämlich im Sinne der sogenannten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Damit meint man spezielle Gruppen, die man für unterdrückt, diskriminiert hält oder zu den Minderheiten zählt. Wenn ein AfD-Politiker Hass ausgesetzt ist, zählt das nicht. Ähnliche Probleme sehe ich beim Begriff der Desinformation. Im wissenschaftlich engen Sinne setzt der Begriff eine bewusste Täuschungsabsicht voraus.Das ist allerdings nur schwer nachzuweisen.Das ist genau der Punkt. Denn der Begriff wird häufig für etwas verwendet, was ich eher als «postfaktische Dynamiken» bezeichnen würde, die aus zunehmendem Gruppendenken im Zeitalter sozialer Netzwerke resultieren. Wir haben eine digitale Öffentlichkeit, in der sich die Dinge schnell hochschaukeln, sich die Leute einmauern und man irgendwann glaubt, was man glauben möchte. Das ist übrigens nichts, was Rechten vorbehalten ist. Auch das linke Lager, auch akademische Milieus, neigen zu identitätsstützenden Denkfehlern und postfaktischen Dynamiken.Der Staat statte zivile Organisationen mit Ressourcen aus, und sie nutzten diese Ressourcen, um auf den Diskurs einzuwirken.Was sollte mit Programmen wie «Demokratie leben» geschehen?In Zeiten, in denen sich eine neue Öffentlichkeit herausbildet, die zwangsläufig den politischen Diskurs so emotionalisiert, dass es tatsächlich immer schwerer wird, stabil zu regieren, und Polarisierungsdynamiken entstehen, ist es durchaus sinnvoll, Institutionen oder auch Netzwerke zu schaffen, die versuchen, zivilisierend auf den Diskurs einzuwirken. Sie sollten aber streng überparteilich sein und vor allem beobachten. Es braucht keine Meldestellen mit Linksdrall. Und wenn es wirklich darum geht, den Diskurs zu regulieren, dann brauchten wir eher so etwas wie einen neuen Gesellschaftsvertrag, mit dem wir uns darauf einigen, wie wir digitale Öffentlichkeit und Verantwortung strukturieren möchten.Zur PersonHolger Marcks – SozialwissenschafterGeboren 1981 in Viernheim. Forschte von 2012 bis 2018 zu politischer Gewalt an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2018 bis 2021 forschte er zu Islamismus und Rechtsextremismus am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg. 2021 gründete er das Onlinemagazin «Machine against the Rage» mit. Es war bis 2024 Teil der Bundesarbeitsgemeinschaft «Gegen Hass im Netz» und ist seitdem beim Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena angesiedelt.Warum sprechen Sie von einem Komplex zwischen Medien, Wissenschaft und NGO?Zunächst einmal sind Nichtregierungsorganisationen politische Organisationen, die politische Ziele verfolgen. Der Staat stattet sie nun mit Ressourcen aus, und sie nutzen diese Ressourcen, um in den Diskurs einzugreifen. Diese Institutionen stehen wiederum den Medien als Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn es um bestimmte Themen geht – Demokratie, Polarisierung, Rechtsruck –, dann gibt es da mittlerweile eine regelrechte Standleitung. Gleichzeitig sind NGO organisch verzahnt mit Wissenschaftern, in dem Sinne, dass sie sich stark aus akademischen Milieus rekrutieren. Viele junge Sozialwissenschafter finden dort ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig versucht man, die Arbeit immer mit Bezug auf die Wissenschaft zu grundieren. Das heisst, man zieht mit staatlichem Geld Wissenschafter heran, die mit Studien beauftragt werden. Es ist natürlich problematisch, wenn man Wissenschaft so stark in den Politikbetrieb einbettet, es gefährdet ihre Unabhängigkeit. Sollte man als Soziologe eigentlich auch wissen.Wäre es nach all dem Gesagten nicht konsequent und richtig, wenn sich der Staat komplett aus der Förderung dieses Bereichs zurückzieht?Es gibt natürlich keinen Anspruch darauf, seinen Arbeitsplatz vom Staat gefördert zu bekommen. Es geht hier um öffentliche Gelder, man ist rechenschaftspflichtig, man muss den Nachweis erbringen, dass die eigene Arbeit der Gesellschaft einen tatsächlichen Nutzen bringt. Strenggenommen hätte es eigentlich zunächst wenige Modellprojekte gebraucht, die unterschiedliche Ansätze verfolgen, plural aufgestellt sind und die man anschliessend vernünftig evaluiert und ausgewertet hätte. Auf Basis dieser Ergebnisse hätte man dann entscheiden können, was sinnvoll ist. Die Realität ist allerdings auch, dass hier politische Interessen zum Tragen kommen. Darüber müssen wir ehrlich reden.Werden Sie persönlich angefeindet für Ihre Haltungen?Ich würde es so ausdrücken: Man ist natürlich in einem homogenen Arbeitsumfeld, in dem bestimmte Narrative vorherrschen, mit einer distanzierteren Haltung nicht sonderlich beliebt. In den sozialen Netzwerken wird mir auch gelegentlich vorgeworfen, dass ich den Rechten in die Hände arbeite oder gar rechte Narrative verbreite. Allerdings schützt mich meine sehr eindeutige linke Biografie gegen allzu plumpe Versuche, mich zu diskreditieren. Mir geht es tatsächlich um eine gesunde, reife Demokratie. Ich halte es für eine republikanische Pflicht und eine Frage der wissenschaftlichen Integrität, die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen zu kritisieren, um als Korrektiv zu wirken.Wenn ein AfD-Politiker Hass ausgesetzt sei, zähle das für viele nicht.Passend zum Artikel