Der mutmaßliche Epstein-Komplize Daniel Siad ist tot. Sein Fall trägt Züge eines Justizskandals – und zeigt, warum Vergewaltigung nicht verjähren sollte.
F ast 800 Quadratmeter war die Wohnung groß, die Jeffrey Epstein an der schicken Avenue Foch in Paris besaß. Alle zwei Monate kam der US-Investor dorthin, um junge Frauen zu missbrauchen. Paris wurde für den Multimillionär zum Jagdrevier. Die französische Hauptstadt zog Mädchen an, die von einer Karriere als Model träumten. Und Epstein hatte dort Helfer, die ihm seine Opfer zuführten, darunter auch Minderjährige.
Einer davon war Daniel Siad. Die Epstein-Akten, die die US-Regierung im Januar veröffentlichte, erwähnen ihn mehr als zweitausendmal. Bis zu Epsteins Suizid in der Gefängniszelle 2019 tauschte Siad zehn Jahre lang Mails mit ihm über junge Frauen aus. In einer Mail verglich er sich mit einem Fischer: „Manchmal mache ich einen guten Fang, manchmal erwische ich nichts.“
Im Epstein-Skandal war Siad eine Schlüsselfigur, die der französischen Polizei seit 2022 bekannt war. Damals gab eine 32-Jährige zu Protokoll, wie Siad sie an Epstein vermittelt hatte. Der Modelscout selbst behauptete in Interviews, nichts vom Missbrauch der Frauen gewusst zu haben, die er seinem Auftraggeber zuführte.











