Der »Modelagent« Daniel Siad, der enge Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterhielt, ist am Montagabend in der Nähe von Paris tot aufgefunden worden. Die stellvertretende Staatsanwältin von Nanterre bestätigte am Mittwoch dem SPIEGEL, dass Siads Leiche gegen 21 Uhr in der Küche seines Pavillons in Colombes, einem nordwestlichen Vorort von Paris, entdeckt worden sei. Eine Untersuchung zur Ermittlung der Todesursache sei eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft kündigte zudem eine Autopsie der Leiche an.

Siads Name taucht fast 2000 Mal in den Epstein-Akten auf

Gegen den 69-jährigen Schweden mit algerischen Wurzeln wurde in Paris wegen mutmaßlichen Menschenhandels und Vergewaltigung ermittelt. Siad bezeichnete sich als »Model-Scout«; er soll weltweit Frauen angesprochen und zahlreiche von ihnen an Epstein vermittelt haben. Die stellvertretende Staatsanwältin bestätigte einen Bericht der Zeitung »Le Parisien«, wonach eine 28-jährige »Mitbewohnerin« Siads Leiche am Montagabend gefunden habe. Noch sei nicht mehr über die Frau bekannt und man wisse nicht, in welcher Beziehung sie zu ihm gestanden habe.

Sein Name taucht oft in Epstein-Akten aufIn den Dokumenten, die das US-Justizministerium ab Dezember 2025 freigab, taucht Daniel Siads Name fast 2000 Mal auf. Spätestens ab 2009 stand er demnach im Austausch mit dem Investor: Siad schlug Epstein Frauen vor, schickte ihm ihre Fotos und Maße. Er preiste sie unter anderem als »wunderbare Schönheit« oder als »sehr höflich«. In einer Mail bezeichnete Siad sich als »Fischer«, der für Epstein Frauen fange, in Frankreich, Skandinavien oder Osteuropa.