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Vera SprothenWas wir über den Anschlag am CSD wissenEin weißer Transportwagen ist gestern am späten Abend am Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren. Der Christopher Street Day wurde daraufhin abgebrochen. Eine Frau starb, mindestens 16 weitere Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der Täter ist flüchtig. Die Polizei fahndet nach einem Verdächtigen, dem 21-jährigen Abdul B. Er soll aus dem islamistischen Milieu stammen. Die Polizei ermittelt, ob es eine zweite Tatphase nach dem Angriff mit dem Fahrzeug gab. Mehrere Menschen sollen »durch Stichwerkzeuge« verletzt worden sein.Der Tatort ist weiträumig abgesperrt. Fahnder haben in der Nacht eine Wohnung in Schöneberg durchsucht. Die Polizei sucht nach Hinweisen. Zeugen können selbst aufgenommene Fotos oder Videos zum Tatgeschehen unter diesem Link hochladen. Konstantin ZimmermannAnschlag fand laut Wegner nicht auf dem offiziellen CSD-Gelände stattBerlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner hat in einem Pressestatement betont, dass sich der Anschlag auf dem CSD abseits des offiziellen Festivalgeländes ereignet habe. Die Strecke des CSD sei nicht getroffen worden, »da ist der Täter nicht draufgekommen«, sagte Wegner. Doch rund 400 Meter weiter seien eben immer noch Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung unterwegs gewesen.Wegner sagte, Berlin habe gestern gezeigt, dass »Bunt die Farbe der Freiheit« sei, doch nach 22 Uhr sei es »sehr dunkel« geworden. Wie zuvor Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach er von einem islamistischen Terrorangriff – »ein Angriff auf die Art und Weise unseres Zusammenlebens«. Einsatzkräfte seien schnell vor Ort gewesen und hätten »vielleicht Schlimmeres verhindert«. Die Organisatoren des CSD hätten »sehr professionell« reagiert, die Veranstaltung sei sehr kontrolliert zum Abbruch gebracht worden.Um 15 Uhr wird der Berliner Senat zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Zudem verwies Wegner auf den Trauergottesdienst in der Marienkirche.Maline HofmannTatverdächtiger saß nicht allein im FahrzeugDer Tatverdächtige Abdul B. saß nach Informationen der ZEIT mit einem anderen, etwas älteren Mann im Fahrzeug. Es soll sich um einen iranischen Staatsbürger handeln.Monika PilathDobrindt spricht von islamistischem Terroranschlag – Tatverdächtiger nutzte MacheteBundesinnenminister Alexander Dobrindt hat sich erschüttert über den Anschlag auf den Berliner CSD gezeigt. »Alles, was wir hier sehen, deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben«, sagte der CSU-Politiker unweit des Tatorts im Berliner Tiergarten. Es gebe eine Tote sowie 29 Verletzte und Schwerverletzte. Der Tatverdächtige Abdul B. sei weiter flüchtig. Nach ihm werde mit Hochdruck gefahndet. Von dem 21-Jährigen gehe weiterhin Gefahr aus. Nach der Fahrt mit einem Transporter sei der Tatverdächtige mutmaßlich mit einer Machete auf weitere Menschen losgegangen und habe diese schwer verletzt, sagte Dobrindt. Der mutmaßliche Täter sei bereits in der Vergangenheit auffällig gewesen durch seine Zugehörigkeit zur islamistischen Szene und Straftaten. Eine Haftstrafe gegen Abdul B. von einem Jahr und zehn Monaten Haft sei zur Bewährung ausgesetzt gewesen. Die Staatsanwaltschaft habe dagegen Beschwerde eingelegt.Der Tatverdächtige sei 2005 in Deutschland geboren worden und deutscher Staatsbürger, sagte Dobrindt. Er habe libanesische Wurzeln. Seine Mutter sei im Jahr 2002 eingebürgert worden.Dobrindt dankte den Einsatzkräften. Er verwies darauf, dass der Tatort nicht zum offiziellen Festivalgelände gehört habe.Er erwarte, dass der Generalbundesanwalt die Übernahme des Falls auf Bundesebene noch im Laufe des Tages vorbereite, sagte Dobrindt. Maline HofmannJetzt live: Pressekonferenz zum Anschlag auf den CSDBundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußern sich in einer Pressekonferenz zum Anschlag auf den Berliner CSD. Die Konferenz findet am Tatort im Tiergarten statt. Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel soll teilnehmen. Gegen 16.00 Uhr sind nach einer Sondersitzung des Senats Pressestatements am Roten Rathaus geplant.Verfolgen Sie die Pressekonferenz hier im Livestream:Konstantin ZimmermannTausende Menschen kommen am Brandenburger Tor zusammenIn Berlin-Mitte haben sich unweit des Anschlagortes bis zu 10.000 Menschen für eine Gedenkveranstaltung versammelt. Viele von ihnen weinen und tragen Schwarz, wie meine Kollegin Alisa Schellenberg berichtet.»Unsere Identitäten sind politisch und wie wir beieinander hier sind, zeigt, dass zusammen sein die größte Revolution ist«, sagt Terry vom FLINTA-Chor D-Dur Dykes*. »Das ist unsere Waffe, das dürfen wir nicht verlieren«. Das Ensemble hatte zu dem Gedenktreffen eingeladen. Konstantin ZimmermannCDU-Spitzenkandidat Evers fordert härteres Vorgehen gegen IslamismusDer neue Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hält islamistischen Terror für eine der »größten und tödlichsten Bedrohungen für die Sicherheit und Freiheit unseres Landes«. Diese Gefahr sei real, sagte Evers dem Spiegel. Wer sie ausblende oder aus falscher Rücksicht nicht klar benenne, werde seiner Verantwortung nicht gerecht.„Wer den CSD angreift, greift nicht nur die queere Community an. Er greift das Fundament unseres freiheitlichen Miteinanders an.“Stefan EversBerlin dürfe nicht zulassen, dass Homophobie, Judenhass, Frauenfeindlichkeit oder religiöser Fanatismus die Freiheit der Menschen einschränkten, sagte der offen schwule Politiker weiter. Wenn islamistische Ideologien Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität das Existenzrecht absprächen, müsse man den Mut haben, diese Realität klar zu benennen und ihr »genau dort, wo der Hass gelebt und gepredigt wird«, entgegenzutreten, sagte Evers.Evers forderte, die Tat vollständig aufzuklären und die Täter zu fassen. Anschließend müssten die notwendigen politischen Konsequenzen gezogen werden – »entschlossen, konsequent und ohne falsche Rücksichtnahmen«. Der Rechtsstaat müsse zeigen, »dass er die Freiheit wirksam schützt« und diejenigen mit aller Härte verfolgt, die sie angriffen.„Berlin wird sich von Hass und Terror nicht einschüchtern lassen.“»Wir stehen an der Seite der Opfer«, sagte Evers weiter. »Wir stehen an der Seite der queeren Community.«Monika PilathKubicki wirft Bundesregierung "Hilflosigkeit" im Umgang mit Islamismus vor Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat der Bundesregierung ein Verharmlosen der Gefahr durch den Islamismus vorgeworfen. Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin sagte Kubicki der Nachrichtenagentur AFP: „Wenn wir als Gemeinwesen nach solchen schrecklichen Taten immer wieder die gleichen Diskussionen führen, ohne die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, dokumentiert das eine kaum erträgliche Hilflosigkeit unseres Staatswesens.“Wolfgang KubickiDer FDP-Chef forderte ein härteres Vorgehen gegen islamistische Gefährder: »Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – aber es gibt die Möglichkeit, diejenigen, die sich zu unseren Feinden erklärt haben, auch als solche zu behandeln.« Der Islamismus bedrohe »nicht nur unsere Freiheit, sondern Leib und Leben«, sagte Kubicki. Er sei »derzeit die größte Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Ordnung und muss auch endlich so benannt und behandelt werden«.Henrik OerdingGrüne fordern mehr Befugnisse für BehördenDer Grüneninnenexperte Konstantin von Notz fordert mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden im Vorgehen gegen gewaltbereite Islamisten. »Wir müssen wirklich alles daran setzen, dass unsere Sicherheitsbehörden die Fähigkeiten bekommen, gegen solche Bedrohungen besser vorzugehen als bisher«, sagte von Notz am Sonntag in Berlin. »Es lässt einen ziemlich fassungslos zurück, dass es hier offenbar wieder um einen Gefährder geht, den man schon länger auf dem Zettel hatte«, sagte der Grünenpolitiker. Berichten zufolge soll der flüchtige Verdächtige Abdul B. den Behörden bereits als Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufgefallen sein.„Die Menschenverachtung, die in einer solchen Tat zum Ausdruck kommt, wenn hier gestern Abend in Berlin Hunderttausende von Menschen ausgelassen feiern, und ein Mensch mit absolutem Vernichtungswillen mit einem Fahrzeug in Menschen reinfährt – das ist entsetzlich, und es widert mich an.“Konstantin von NotzMaline HofmannSender berichtet über Festnahme von mutmaßlichem BeifahrerLaut dem rbb soll in der Nacht in Verbindung mit dem CSD-Anschlag ein Mann festgenommen worden sein. Wie der Sender unter Berufung auf eigene Informationen berichtet, soll es sich dabei um einen iranischen Staatsbürger handeln. Die Polizei geht laut rbb davon aus, dass der Mann mit im Auto saß. Bisher hat die Polizei keine Festnahme bekannt gegeben.Henrik OerdingCSD in Stuttgart wird fortgesetztDie Feierlichkeiten des CSD in Stuttgart sollen heute trotz des Angriffs in Berlin wie geplant fortgesetzt werden. »Hass, Gewalt und Terror dürfen nicht darüber entscheiden, ob queere Menschen sichtbar sind oder ihren Platz im öffentlichen Raum einnehmen«, hieß es von den Organisatoren. Die Sicherheitslage für die Veranstaltungen sei von den Sicherheitsbehörden nicht neu eingestuft worden, dennoch erhöhe die Polizei ihre Präsenz. Während des Programms soll der Opfer des Angriffs in Berlin gedacht werden.Konstantin ZimmermannVerdächtiger offenbar wegen Terrorstraftat bereits verurteiltDer gesuchte Abdul B. ist den Behörden laut einem Medienbericht bereits als Anhänger des »Islamischen Staates« aufgefallen. Der in Berlin geborene Mann soll im vergangenen Jahr versucht haben, sich der Terrormiliz IS anzuschließen, berichtete der Spiegel. Nach einer Rückkehr aus dem Libanon kam er demnach in Deutschland in Untersuchungshaft. Dem Bericht zufolge blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren gefordert hatte. Das Gericht beließ es bei einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung, wie der Spiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete.Vor wenigen Wochen sollen die Ermittler den Angaben nach einen Hinweis bekommen haben, wonach Abdul B. im Netz das Foto einer Waffe gepostet habe. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung soll die Polizei aber nur eine Spielzeugwaffe gefunden haben.Monika PilathBerlin steht nach dem Anschlag auf den CSD unter Schock – die BilderDie fröhliche Stimmung auf der Pride des Christopher Street Day in Berlin ist am späten Samstagabend jäh zerstört worden. Ein weißer Van raste im Tiergarten nahe dem Brandenburger Tor in eine Menschenmenge und erfasste dabei mehrere Menschen, bevor das Fahrzeug gegen einen Baum prallte. Wir zeigen Bilder aus der Nacht und vom Morgen nach der Tat.Konstantin ZimmermannVon Charité versorgte Patienten außer LebensgefahrDie Berliner Universitätsklinik Charité hat einen Überblick über die von ihr versorgten Patienten gegeben: »Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden«, schrieb ein Sprecher des Klinikums. Vier weitere Patienten werden ihm zufolge aktuell auf Intensivstationen behandelt. Es bestehe »zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr«.Insgesamt wurden gestern 16 Menschen verletzt. Die Charité behandelt also nur einen Teil von ihnen. Die anderen wurden in andere Krankenhäuser gebracht.Konstantin ZimmermannAuch Hamburg überdenkt Sicherheitskonzept für CSD Der Hamburger Innensenator Andy Grote hat eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen für den anstehenden CSD in der Hansestadt angekündigt. Zwar sei das Sicherheitsniveau bei Veranstaltungen in Hamburg hoch, sagte der SPD-Politiker. »Vor dem Hintergrund der schrecklichen Tat in Berlin werden die Sicherheitsmaßnahmen für den CSD kommende Woche in Hamburg noch einmal sorgfältig überprüft, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.«Grote, der amtierender Vorsitzende der Innenministerkonferenz ist, nannte den Anschlag in Berlin eine »grauenhafte Gewalttat«. »Ein solches Fest der Liebe, der Solidarität und der Freiheit anzugreifen, ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft und damit auf uns alle«, sagte er.„Wir werden nicht weichen!“Andy Grote, Innensenator HamburgsMehr ladenTickarooLive Blog Software













