Neulich haben wir mitten in Berlin einen Kaiser gesehen und waren begeistert. Dafür sind wir weit in die Antike gereist. Es war unsere beste Städtereise, denn noch nie haben wir in so kurzer Zeit so viel über eine Stadt und ihre Bedeutung erfahren wie bei dem Trip ins Jahr 129 nach Christi Geburt.Wir waren nur zwei Stunden lang an der Westküste Kleinasiens unterwegs, aber wir erkundeten jeden Winkel einer wirklich kolossalen Stadt. Wir sahen Herrscher und Handwerker, Krieger und Kaufleute, hässliche Männer und schöne Frauen. Es war ein wilder Alltag in den Gassen – und oben am Himmel zogen dramatische Gewitterwolken entlang. Das Leben in seiner ganzen Vielfalt: Wir waren in Pergamon.

Kolumne

Die große Streitfrage dieser Tage: Wann darf von schönem Wetter gesprochen werden?

Und dabei erlebten wir, dass in Berlin ein Provisorium manchmal mehr überwältigen kann als das Original. Das kam so: Das Pergamonmuseum mit dem berühmten Altar ist geschlossen. Ich war 2014 am letzten Öffnungstag vor der Sanierung zufälligerweise dort. Die antiken Funde waren beeindruckend. Nun ist das Museum dicht, im Herbst nächsten Jahres sollen einzelne Bereiche wieder öffnen. Die Sanierung soll bis 2037 dauern.