»Einfach mal machen« heißt seit Jahren das Credo von Carsten Linnemann. Immer wieder drängte der CDU-Generalsekretär seine Partei, noch entschlossener zu sein, schneller zu handeln. Jetzt soll der 48-jährige Gesundheitsminister im Kabinett von Friedrich Merz werden. Er brauche einen Minister, »der standfest und reformwillig zugleich ist, auch im Gegenwind«, lobte Bundeskanzler Friedrich Merz ihn am Freitag.Dabei wollte Linnemann es einst gar nicht machen. Ein altes Video, das jetzt wieder die Runde macht, erinnert daran. Nach dem Regierungswechsel blieb Linnemann Parteisoldat, ins Kabinett wollte er erklärtermaßen nicht. »Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen«, so der CDU-Politiker im vergangenen Mai. Und dann: »Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun?«
Nun wird er Gesundheitsminister.Ob er sich selbst inzwischen für geeigneter hält, hat Linnemann bislang nicht verraten. Bei der, auch so schon holprigen, Vorstellung der neuen Bundesminister in Berlin sagte er nur, er trete das Amt »mit Demut« und »großem Respekt« an, »weil die Themen Gesundheit und Familie uns doch alle betreffen«.Diese universell gültige Erklärung könnte bei künftigen Aufgabenwechseln Linnemanns noch hilfreich sein. Und zumindest besser altern als seine Einlassung im vergangenen Jahr. Dem SPIEGEL sagte er nach seinem Nicht-Wechsel im vergangenen Jahr: »Jeder, der mich kennt, weiß, es geht mir immer um die Sache.«











