Der chinesische Premiumhersteller Xpeng hatte Mitte Juli in den Showpalast in München geladen, um vor Fachpublikum die Weltpremiere des Kompakt-SUVs L03 zu feiern. Die Wahl des Veranstaltungsortes ist alles andere als Zufall. In München betreibt das Unternehmen ein Entwicklungszentrum. Von hier aus soll der deutsche Markt aufgerollt werden – für das Unternehmen der Schlüsselmarkt auf dem Weg zum globalen Hersteller.

Das Auto kann sich sehen lassen: futuristisches Design, ein aufgeräumter Innenraum mit einem riesigen 15,2-Zoll-Touchdisplay in der Mittelkonsole. Dazu Technologie, die eigentlich nur in Fahrzeugen der Oberklasse anzutreffen ist: reichlich Fahrassistenzsysteme, serienmäßiges Head-up-Display (HUD) und hochwertige Verarbeitung. Das Unternehmen verspricht eine rein elektrische Reichweite von 520 Kilometern (WLTP), mit Range Extender sogar eine Reichweite von knapp 1.000 Kilometern. Der Preis ist eine Kampfansage: Der L03 soll hierzulande ab 35.600 Euro angeboten werden.

Mit KI-Chip und großer Reichweite gegen Tesla und die deutsche Konkurrenz

Herzstück sind der selbst entwickelte KI-Chip namens Turing und das KI-Framework VLA 2.0, die nach Unternehmensangaben schon jetzt weitestgehend autonomes Fahren in der Stadt und auf der Autobahn ermöglichen sollen. Xpeng sieht sich schon jetzt auf Augenhöhe mit Tesla oder europäischen Premiumanbietern und positioniert sich als KI-Firma, die nebenbei auch Fahrzeuge baut. Nun greift das Unternehmen nach dem Weltmarkt, und Deutschland soll der Anfang sein. Die Ambitionen sind jedenfalls groß.