Es ist eine jener Antworten aus dem Berliner Regierungsapparat, die durch das, was sie nicht sagen, mehr verraten als durch das, was sie preisgeben. Auf drei sorgfältig formulierten Seiten legt das Bundeskanzleramt dar, warum es die Frage der Bundestagsabgeordneten Anna Rathert (AfD) nicht beantworten kann, nicht beantworten will – und zwar in keiner denkbaren Form. Nicht öffentlich, nicht eingestuft, nicht einmal hinterlegt in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages.
Briefkopf der Antwort an die Bundestagsabgeordnete Anna Rathert: „Gegenstand der Frage sind solche Informationen, die in besonders hohem Maße das Staatswohl berühren und daher selbst in eingestufter Form nicht beantwortet werden können.“
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Die Frage selbst ist von bestechender Schlichtheit: Trifft es zu, dass der damalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) Hinweise ausländischer Nachrichtendienste über die bevorstehende Sprengung der Nordstream-Pipelines erhalten hat – und dass Deutschland dennoch keinerlei Vorsorgemaßnahmen ergriff? Keine verstärkte Überwachung, keine Marinepatrouillen, nichts. Rathert verweist dabei auf eine umfangreiche Recherche des Cicero-Magazins vom April 2026, die detailliert nachzeichnet, wie der niederländische Militärgeheimdienst MIVD im Sommer 2022 die CIA über einen konkreten ukrainischen Angriffsplan informierte – und wie diese Warnung über den BND auch auf dem Schreibtisch des Kanzleramtsministers landete. Schmidt, so die Recherche, habe die Information als „Räuberpistole“ abgetan.






