In Frankreich und Spanien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin mit einem Großaufgebot gegen mehrere große Waldbrände. Die spanische Regierung rief in der Nacht den nationalen Notstand aus. Das Innenministerium teilte am Freitag mit, die Entscheidung sei wegen des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände und widriger Wetterbedingungen getroffen worden. Außerdem bestehe die Notwendigkeit, umfangreiche Ressourcen im Kampf gegen die Flammen zu mobilisieren. Durch die Ausrufung des Notstands untersteht der Einsatz nun direkt dem Innenminister. Den Behörden zufolge ist dies das erste Mal, dass dieser Schritt wegen eines Waldbrandes ergriffen wurde.Die Regionalregierung von Madrid hatte zuvor um Hilfe gebeten. Sie beschrieb die Lage als „extrem ernst“. Aktive Brände in den Orten Villa del Prado, San Martín de Valdeiglesias und Almorox drohten, die derzeitigen Löschkapazitäten zu übersteigen.Den Angaben zufolge wurden bereits mehr als 10 000 Menschen aus vier Ortschaften in Sicherheit gebracht. Zudem wurde gewarnt, dass ein Waldbrand in Burgohondo in der Provinz Ávila aufgrund der Wetterlage in den kommenden Stunden die Region Madrid erreichen könnte. Mehr als 270 Einsatzkräfte sind in den betroffenen Gebieten im Einsatz.Bedrohlich blieb die Lage auch in Frankreich vor allem an der bei deutschen Touristen beliebten Atlantikküste und im Süden des Landes, wo seit Mittwoch rund 20 000 Menschen vor allem von Campingplätzen und Ferienanlagen in Sicherheit wurden. Wann sie in ihre Urlaubsquartiere zurückkönnen, ist noch vollkommen offen.In Frankreich wurden die betroffenen Urlauber vorläufig in Notunterkünften und Ausweichquartieren in angrenzenden Urlaubsorten untergebracht. In Bordeaux wurde auch eine Messehalle zur Einquartierung der Touristen geöffnet. Die Gendarmerie koordiniert die Evakuierungen und bewacht die verwaisten Campingplätze und Ferienzentren, wo viele Menschen Wohnwagen und Zelte zurücklassen mussten.Lage an Atlantikküste bleibt ungünstigWie die Präfektur in Bordeaux am Abend mitteilte, hat der Brand sich inzwischen auf 4800 Hektar ausgedehnt. Die Lage bleibe weiterhin ungünstig, da das Feuer im gesamten betroffenen Gebiet nach wie vor sehr aktiv sei. Auch heute wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius in der Region erwartet. Ein Feuerwehrmann wurde bislang verletzt, ansonsten kam niemand ernsthaft zu Schaden.Der Brand nahe Bordeaux hat sich mittlerweile auf 4800 Hektar ausgedehnt. OLIVIER MORIN/AFPDie Feuerwehr war mit 800 Kräften, 260 Fahrzeugen, fünf Löschflugzeugen und einem Löschhubschrauber im Einsatz. Drei weitere Löschflugzeuge sollten über den Hilfsmechanismus der Europäischen Union in die Region entsendet werden, hieß es gegen Abend aus Brüssel. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte auf der Plattform X, es kämen zur Unterstützung unter anderem zwei Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Ein weiterer Brand breitete sich ebenfalls an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse aus. Dort hatte ein Lieferwagen Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über. 1200 Hektar Fläche brannten bis zum späten Abend bereits nieder und 5000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.Brand in Südfrankreich flammt wieder aufIn Südfrankreich flammte unterdessen im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille rund um den Ort Pontevès ein Waldbrand wieder auf, den die Einsatzkräfte zwischenzeitlich einigermaßen in den Griff bekommen hatten. Rund 500 Einwohner aus mehreren Orten wurden am Nachmittag vorsorglich in Sicherheit gebracht, ein Teil von ihnen konnte am Abend wieder zurückkehren, teilte das Département Var mit. 800 Feuerwehrleute kämpften unterstützt von mehr als 100 Soldaten gegen den Brand. Löschflugzeuge waren auch hier im Einsatz.Auch das französische Militär unterstützt beim Löschen des Feuers um Pontevès. Manon Cruz/REUTERS„Heute Abend liefern sich unsere Einsatzkräfte einen regelrechten Kampf gegen die Waldbrände“, sagte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez und hob den Einsatz aller Beteiligten hervor. „An alle, die gegen die Flammen kämpfen, um die Franzosen, ihr Eigentum und unsere Wälder zu schützen: Die Nation steht hinter euch“, sagte der Minister.Frankreich rüstet Militärtransportflieger zum Löschflugzeug umAngesichts der verheerenden Waldbrände rüstet Frankreich nun kurzfristig ein großes Militärtransportflugzeug des Typs Airbus A400M für Löscheinsätze um. Die entsprechend ausgerüstete Maschine, die 20 Tonnen Wasser auf einen Schlag abwerfen kann, werde binnen zehn Tagen einsatzklar sein, kündigte das Verteidigungsministerium in Paris an. Die technischen Vorbereitungen, die Ausbildung des Militärpersonals und Testflüge hätten am Montag begonnen.Das Bild zeigt einen Airbus A400M bei einem Testflug in Spanien im Jahr 2022. Ein solches Flugzeug möchte auch Frankreich nun zu einem Löschflugzeug umbauen. ADRIAN MOLINOS/AFPDer Transportflieger fasst doppelt so viel Wasser wie ein herkömmliches Löschflugzeug. Insgesamt verfügt Frankreich über 67 Löschflugzeuge und Löschhubschrauber. Diese sind seit Kurzem angesichts zahlreicher Brände im Dauereinsatz. Erstmals überhaupt fassten Löschflugzeuge kürzlich auch auf der Seine südlich von Paris Wasser, um einen großen Brand im Wald von Fontainebleau zu bekämpfen.
Kampf gegen Waldbrände in Frankreich dauert an - Spanien ruft Notstand aus
Hunderte Einsatzkräfte konnten die verheerenden Feuer an der Atlantikküste und im Süden Frankreichs bislang nicht unter Kontrolle bringen. Auch in Spanien spitzt sich die Lage zu.











