Selenskyj: Neue Militärführung soll Mobilmachung verbessern Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet von der neuen Militärführung eine bessere Mobilmachung und will weiter versuchen, ⁠den abgesetzten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow im Kabinett zu halten. Der neue Verteidigungsminister Jewhenij Chmara und der neue Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj ‌müssten die Rekrutierung von Soldaten verbessern, sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge am Donnerstag. Fedorow seien mehrere Posten angeboten worden, ‌darunter ein ‌Ressort für Verteidigungsinnovationen im Rang eines Vizeministerpräsidenten. Lesen Sie hier, was sich in den vergangenen Tagen ereignet hat:Bemühungen um Wiederbelebung der Friedensgespräche Vertreter der Ukraine und der USA könnten sich nach den Worten des ukrainischen ⁠Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den kommenden Tagen in den USA treffen. Er habe am Mittwoch mit den amerikanischen Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über Ideen zur Wiederbelebung der Friedensgespräche mit Russland gesprochen, sagte Selenskyj. Die Diskussionen dürften in naher Zukunft fortgesetzt werden, meldete die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine unter Berufung auf den Präsidenten. Kiew will Sondersitzung des UN-SicherheitsratsDie Ukraine hat wegen der Lage im Schwarzen Meer eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Nach russischen Angriffen auf Frachtschiffe fahren keine Schiffe mehr die ukrainischen Schwarzmeerhäfen bei Odessa an. Wie die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine berichtete, wird Russland nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seine Angriffe ​auf Schiffe im Schwarzen Meer verstärken, um den ukrainischen Getreidekorridor auf dem Seeweg zu blockieren.Ukrainische Häfen stellen den Betrieb einUkrainische Häfen werden aufgrund russischer Angriffe vorerst nicht mehr von Schiffen angelaufen. „Wir als Staat haben keine Einschränkungen gemacht, das ist eine Entscheidung der Schiffseigner“, sagte Agrarminister Taras Wyssozkyj gemäß der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Noch am Vortag hätten „vier bis fünf Schiffe“ in ukrainischen Häfen angelegt. Wyssozkyj machte demnach keine Angaben, ob das nur die Seehäfen betrifft oder auch der Schiffsverkehr zu den Donauhäfen eingestellt wurde. Anfang Juli begannen die ukrainischen Drohnentruppen mit Angriffen auf Schiffe, die russisch kontrollierte Häfen im Schwarzen und vor allem im benachbarten Asowschen Meer ansteuerten. Damit sollte vor allem der Export von russischem Öl und die Versorgung der von Russland annektierten Halbinsel Krim auf dem Seeweg gestört werden. Dabei wurden ukrainischen Angaben zufolge fast 200 Tanker und Frachtschiffe beschädigt. Im Gegenzug intensivierte das russische Militär seine Attacken auf ukrainische Hafenanlagen und Frachter, die diese anliefen. Moskau zufolge sind nur Schiffe mit für das Militär bestimmten Gütern angegriffen worden. Kiew sprach von Getreidetransporten. Von unabhängiger Seite sind die Angaben der Kriegsparteien nicht überprüfbar.Angaben der ukrainischen Seehafenverwaltung nach wurden im ersten Halbjahr 2026 42,4 Millionen Tonnen Fracht über die Seehäfen umgeschlagen. 23,6 Millionen Tonnen seien dabei Agrarprodukte gewesen. Der Wert liege 20 Prozent über dem des Vorjahres. 2025 wurden Agrargüter für umgerechnet rund 20 Milliarden Euro exportiert. Das sind mehr als 50 Prozent des gesamten ukrainischen Warenexports.Zivilisten in Pawlohrad durch Gleitbombenabwurf getötetBei russischen Bombenangriffen auf die Industriestadt Pawlohrad in der Ostukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Gut ein Dutzend seien verletzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Angegriffen worden sei das Gelände eines Unternehmens. Verletzte habe es auch bei Attacken auf die Stadt Cherson in der Südukraine gegeben. Selenskyj forderte die westlichen Partnerstaaten abermals zur Lieferung von Flugabwehrraketen für das Patriot-System auf. Rubio: USA bereit zu konstruktiver Rolle für Frieden in der UkraineUS-Außenminister Marco Rubio hat gegenüber Russland die Bereitschaft der Vereinigten Staaten bekräftigt, bei der Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg ⁠zu helfen. „Wir sind bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung eines sinnlosen Krieges zu spielen“, sagt Rubio nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der Konferenz der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in der philippinischen Hauptstadt Manila. Für ein Friedensabkommen sei aber noch ‌viel Arbeit nötig. Es müssten neue Vorschläge und Ideen für eine akzeptable Vereinbarung gefunden werden. Sein Gespräch mit Lawrow bezeichnete Rubio als „gut und offen“. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Lawrow warnte Rubio in dem Gespräch russischen Angaben zufolge vor weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine. Solche seien „inakzeptabel“. Lawrow prangerte demnach zudem „eine destabilisierende Politik der europäischen Länder“ an. Diese versuchten, Russland eine „strategische Niederlage“ zuzufügen. Die russische Seite sei zu einer „politisch-diplomatischen Lösung des Konflikts bereit“, sagte Lawrow demnach.Zwei Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Krim und Woronesch Bei ukrainischen Angriffen auf die von Russland annektierte ‌Halbinsel Krim und die südwestrussische Stadt Woronesch sind ‌in der Nacht nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet worden. In Woronesch, rund 500 Kilometer südlich von Moskau, starb ein dreijähriger Junge bei einem Brand. Dieser war durch herabstürzende Trümmer einer abgeschossenen Drohne ausgelöst worden, wie Regionalgouverneur Alexander Gussew mitteilt. Auf der Krim kam ⁠nach Angaben des Gouverneurs Sergej Aksjonow ein Mensch ums Leben. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Kinder. Auch aus anderen Regionen wurden Angriffe gemeldet. Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge schoss die Luftabwehr in der Nacht ⁠insgesamt 223 ukrainische ‌Drohnen ab. Rubio und Lawrow beginnen Gespräche in ManilaDer amerikanische Außenminister Marco Rubio hat sich am Donnerstag in der philippinischen Hauptstadt Manila mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen getroffen. Bei der Begegnung am Rande des Außenministertreffens der Asean-Staaten dürften sich die beiden in erster Linie über den Krieg in der Ukraine sowie in Iran austauschen.Mit dem Treffen in Manila verbindet sich die Hoffnung, dass die Gespräche der Ukraine und Russlands unter Vermittlung der USA über eine Beendigung des Kriegs wieder aufgenommen werden könnten. Diese hatten zuletzt im Februar stattgefunden. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist auf der Prioritätenliste der amerikanischen Regierung weiter nach unten gerutscht, weil Washington sich auf den Krieg gegen Iran konzentriert. Beobachter sehen auch wenig Chancen, dass die Gespräche in Manila diesbezüglich Fortschritte erzielen könnten. Vor dem Treffen hatte Rubio bereits eingeräumt, dass der Krieg in der Ukraine „etwas in den Hintergrund getreten ist“. Ihm zufolge hätten sich „vielleicht neue Rahmenbedingungen gegeben, die ein solches Gespräch ermöglichen“, sagte er mit Bezug auf die amerikanischen Vermittlungsbemühungen. Die USA seien weiterhin offen und bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung dieses Kriegs zu spielen. Seinen Ausführungen zufolge wollte Rubio im Gespräch auch Felder ausloten, auf denen die USA und Russland trotz vorhandener Meinungsverschiedenheiten miteinander kooperieren könnten. Lawrow hatte am Dienstag in einer Pressekonferenz erklärt, er wolle Rubio nach seinen Äußerungen bezüglich des Gipfels zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin im August in Alaska fragen. Russland drängt darauf, die dabei erreichten „Vereinbarungen“ umzusetzen. Rubio hatte erklärt, dass es bei dem Gipfel in der Stadt Anchorage zu keiner endgültigen Einigung gekommen sei. Lawrow wollte seinen Gesprächspartner außerdem nach einer beim NATO-Gipfel in Ankara geäußerten Einschätzung Trumps fragen, dass im Ukrainekrieg „eine baldige Lösung“ möglich sei.Ian LieschSelenskyj spricht mit US-Gesandten über „neuen Schwung“ für Diplomatie in Ukraine-KriegDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit den beiden US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über Wege zu einem Ende des Krieges mit Russland beraten. Bei dem Gespräch sei es darum gegangen, „wie man der Diplomatie neuen Schwung verleihen und den Frieden voranbringen kann“, erklärte Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst X. Das Gespräch nannte er „fruchtbar und wichtig“. „Frieden ist notwendig — ein Frieden in Würde“, schrieb Selenskyj weiter und fügte hinzu: „Die Ukraine ist schon seit langem dazu bereit.“ Die Teams beider Länder stünden „weiterhin in engem Kontakt“.Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat für am Donnerstag ein Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in der philippinischen Hauptstadt Manila angekündigt. Bei der Begegnung am Rande des Außenministertreffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (Asean) dürfte es vor allem um die Kriege in der Ukraine und im Iran gehen.Weizenpreis steigt nach Angriffen im Schwarzen MeerDer europäische Weizenpreis steigt nach neuen Angriffen auf Schwarzmeerhäfen und einer ​nächtlichen Schließung des russischen Exporthafens Noworossijsk kräftig an. Der richtungsweisende September-Kontrakt an der Pariser Börse Euronext legt um 3,9 Prozent auf 244 Euro pro Tonne zu. US-Weizen verteuert sich in Chicago um 3,8 Prozent. Wegen ukrainischer ⁠Drohnenangriffe verhängt Russland nach Angaben laut der Nachrichtenagentur Reuters von drei Insidern ein vorübergehendes nächtliches Schifffahrtsverbot im Hafen. Zwar laufe der Betrieb außerhalb dieser Zeiten normal weiter und die Getreidelieferungen seien bislang nicht beeinträchtigt, sagten die Branchenvertreter. Dennoch sorge die Maßnahme am Markt für große Nervosität, sagt ein französischer Händler. Über Noworossijsk wird bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte umgeschlagen. Ein größerer Ausfall dort hätte einem deutschen Händler zufolge gravierende Auswirkungen auf den Weltmarkt. Insider: Russland verhängt nächtliches Fahrverbot für Hafen NoworossijskRussland verhängt ​wegen ukrainischer Drohnenangriffe eine nächtliche Sperrung für den Schiffsverkehr im Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen. Zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens dürften keine Schiffe ein- oder auslaufen, verlautet aus Kreisen ⁠der Getreideindustrie. Die Anordnung sei mündlich erfolgt. Außerhalb der Sperrzeiten laufe der Betrieb in Russlands größtem Hafen normal weiter, Getreidelieferungen seien bislang nicht beeinträchtigt. Stellungnahmen des Verkehrsministeriums und der Hafenverwaltung liegen zunächst nicht vor. Über Noworossijsk wird bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte abgewickelt, zudem werden dort Öl, Metalle und Container verladen. Die Nachricht treibt den Preis für Weizen-Terminkontrakte an der Börse ‌Euronext um 4,5 Prozent in die Höhe. Die Regierung hatte den Schiffsverkehr im Asowschen Meer und in der Straße von Kertsch – der Verbindung zum Schwarzen Meer – bereits eingeschränkt. Wadephul will mit ukrainischem Außenminister über Personalwechsel in der Armee sprechenAußenminister Johann Wadephul will sich bei seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha über den Austausch an der Spitze der ukrainischen Armee informieren. Er wolle kurzfristig mit Kiews geschäftsführendem Außenminister über die Sicherheitslage sowie die Personalentscheidungen, die Präsident Wolodymyr Selenskyj jüngst getroffen hat, sprechen, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Besuchs in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.„Sie wissen, Deutschland zählt, und das wird so bleiben, zu den größten Unterstützern der Ukraine, politisch, wirtschaftlich und finanziell. Und deswegen haben wir natürlich ein großes Interesse daran, auch zu wissen, was dort im Einzelnen stattfindet. Aber ich bin ganz sicher, dass das Entscheidungen sind, die wir nachvollziehen können und dass insgesamt der Reformprozess innerhalb der Ukraine weiter vorangetrieben wird.“Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Dienstagabend unter dem Druck einer tagelangen Protestwelle den bisherigen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Olexander Syrskyj, entlassen. Entzündet hatte sich der Protest an der Entlassung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow. Vom neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj erwartet Selenskyj eine Verstärkung der Angriffe auf Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Schattenflotte: EU-Mission überprüft verdächtigen ÖltankerSoldaten einer EU-Marinemission haben im Einsatz gegen Russlands Schattenflotte einen verdächtigen Öltanker im Mittelmeer überprüft. „Jede illegale Fahrt trägt dazu bei, Russlands Kriegsmaschinerie aufrechtzuerhalten. Wir setzen unsere Sanktionen auch auf See konsequent durch“, teilte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf X mit. Man erhöhe den Druck auf Russlands Schattenflotte. Der Öltanker „MV South Star“ werde verdächtigt, unter falscher Flagge und damit unter Verstoß gegen das internationale Seerecht zu fahren. Er sei am Montag zur Überprüfung seiner Flaggenregistrierung aufgebracht worden. Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Die Militäroperation EUNAVFOR MED IRINI ist seit 2020 im Mittelmeer aktiv. Im Mai 2026 überprüfte sie nach eigenen Angaben zum ersten Mal einen Öltanker, der verdächtigt wurde, unter falscher Flagge zu fahren. Mehr ladenTickarooLive Blog Software