EU-Staaten einigen sich auf stark verwässertes Sanktionspaket gegen RusslandNach langem Ringen haben sich die EU-Staaten am Donnerstagmorgen auf ein stark verwässertes 21. Sanktionspaket gegen Russland verständigt. Die Einigung der EU-Botschafter in Brüssel wurde erst nach einem erheblichen Zugeständnis an Griechenland möglich. So bestätigte ein EU-Diplomat, dass trotz eines zuvor beschlossenen Verbots von Flüssiggas-Importen in die EU und Lieferungen an Drittstaaten davon nun Verträge ausgenommen würden, die vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschlossen worden seien. Diese Regelung soll jährlich von den Mitgliedstaaten überprüft werden; sie kann nur einstimmig beendet werden. Die Verhandlungen über das Paket seien schwierig gewesen, sagte ein Diplomat, doch habe man „die Einheit der EU wahren“ können. Man erhalte so den Druck auf Russland aufrecht. Das neue Paket sei trotz erheblicher Ausnahmen, die im Zuge der Verhandlungen gemacht wurden, immer noch „substanziell“ und stelle „einen weiteren wichtigen Schritt zur Einschränkung der russischen Kriegswirtschaft dar“. So soll der Preisdeckel für russisches Rohöl nun zwölf Monate lang auf dem aktuellen Niveau eingefroren werden; damit wird ein Mechanismus zur Anpassung außer Kraft gesetzt, der zu einer Erhöhung des Deckels geführt hätte. Griechenland hatte zunächst darauf bestanden, die Anpassung lediglich für drei Monate auszusetzen. Das Paket enthält die höchste Anzahl einzelner Einträge aller Sanktionspakete der letzten vier Jahre. Das liegt vor allem daran, dass nach dem Regierungswechsel in Ungarn zahlreiche seit Längerem geplante Leistungen nicht mehr blockiert wurden. Allerdings bleibt der russische Patriarch Kyrill weiterhin ausgenommen, weil Bulgarien darauf bestand. Das Paket umfasst zudem weitreichende Beschränkungen und Transaktionsverbote, die auf den russischen Finanzsektor zielen, sowie neue Maßnahmen gegen Kryptowährungen. Darüber hinaus wurden weitere Einträge von 30 Schiffen der „Schattenflotte“ und von Unterstützern vereinbart. Vorgesehen sind auch neue Handelsbeschränkungen, die die russische Rüstungsindustrie weiter einschränken. Die Ausnahme für Transporte von Flüssiggas (LNG) ist erheblich, weil griechische Reeder, insbesondere Dynagas, die größte westliche Flotte von LNG-Tankern betreiben – darunter auch Eisbrecher, die Gas von den russischen Feldern auf der Jamal-Halbinsel und der Gydan-Halbinsel transportieren können. Die entsprechenden Lieferverträge wurden fast ausnahmslos vor Kriegsbeginn geschlossen und haben eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren. So wird nicht nur Dynagas, sondern auch Russland weiterhin viele Milliarden Euro verdienen können – was andere EU-Staaten eigentlich verhindern wollten. Zuvor waren auch schon Einfuhrbeschränkungen für Frischfisch aus Russland gestrichen worden, unter anderem auf deutsches Betreiben hin. Österreich bekam eine Zusage, dass die EU-Kommission nach einer Lösung suchen solle, die eine Sanktionsausnahme für die Raiffeisenbank ermöglicht. Auch das von der EU-Kommission vorgeschlagene Einreiseverbot für Soldaten, die am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt waren, wurde jetzt noch nicht beschlossen. Vielmehr soll die Kommission dieses nun im Detail ausarbeiten, nachdem mehrere Staaten Einwände erhoben hatten, welche die praktische Umsetzung betreffen. Die Einigung muss nun noch im schriftlichen Verfahren beschlossen werden. Dessen Abschluss wird für den Nachmittag erwartet.Rubio und Lawrow beginnen Gespräche in ManilaDer amerikanische Außenminister Marco Rubio hat sich am Donnerstag in der philippinischen Hauptstadt Manila mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen getroffen. Bei der Begegnung am Rande des Außenministertreffens der ASEAN-Staaten dürften sich die beiden in erster Linie über den Krieg in der Ukraine sowie in Iran austauschen.Mit dem Treffen in Manila verbindet sich die Hoffnung, dass die Gespräche der Ukraine und Russlands unter Vermittlung der USA über eine Beendigung des Kriegs wieder aufgenommen werden könnten. Diese hatten zuletzt im Februar stattgefunden. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist auf der Prioritätenliste der amerikanischen Regierung weiter nach unten gerutscht, weil Washington sich auf den Krieg gegen Iran konzentriert. Beobachter sehen auch wenig Chancen, dass die Gespräche in Manila diesbezüglich Fortschritte erzielen könnten. Vor dem Treffen hatte Rubio bereits eingeräumt, dass der Krieg in der Ukraine „etwas in den Hintergrund getreten ist“. Ihm zufolge hätten sich „vielleicht neue Rahmenbedingungen gegeben, die ein solches Gespräch ermöglichen“, sagte er mit Bezug auf die amerikanischen Vermittlungsbemühungen. Die USA seien weiterhin offen und bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung dieses Kriegs zu spielen. Seinen Ausführungen zufolge wollte Rubio im Gespräch auch Felder ausloten, auf denen die USA und Russland trotz vorhandener Meinungsverschiedenheiten miteinander kooperieren könnten. Lawrow hatte am Dienstag in einer Pressekonferenz erklärt, er wolle Rubio nach seinen Äußerungen bezüglich des Gipfels zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin im August in Alaska fragen. Russland drängt darauf, die dabei erreichten „Vereinbarungen“ umzusetzen. Rubio hatte erklärt, dass es bei dem Gipfel in der Stadt Anchorage zu keiner endgültigen Einigung gekommen sei. Lawrow wollte seinen Gesprächspartner außerdem nach einer beim NATO-Gipfel in Ankara geäußerten Einschätzung Trumps fragen, dass im Ukrainekrieg „eine baldige Lösung“ möglich sei.Ian LieschSelenskyj spricht mit US-Gesandten über „neuen Schwung“ für Diplomatie in Ukraine-KriegDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit den beiden US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über Wege zu einem Ende des Krieges mit Russland beraten. Bei dem Gespräch sei es darum gegangen, „wie man der Diplomatie neuen Schwung verleihen und den Frieden voranbringen kann“, erklärte Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst X. Das Gespräch nannte er „fruchtbar und wichtig“. „Frieden ist notwendig — ein Frieden in Würde“, schrieb Selenskyj weiter und fügte hinzu: „Die Ukraine ist schon seit langem dazu bereit.“ Die Teams beider Länder stünden „weiterhin in engem Kontakt“.Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat für am Donnerstag ein Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in der philippinischen Hauptstadt Manila angekündigt. Bei der Begegnung am Rande des Außenministertreffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (Asean) dürfte es vor allem um die Kriege in der Ukraine und im Iran gehen.Weizenpreis steigt nach Angriffen im Schwarzen MeerDer europäische Weizenpreis steigt nach neuen Angriffen auf Schwarzmeerhäfen und einer ​nächtlichen Schließung des russischen Exporthafens Noworossijsk kräftig an. Der richtungsweisende September-Kontrakt an der Pariser Börse Euronext legt um 3,9 Prozent auf 244 Euro pro Tonne zu. US-Weizen verteuert sich in Chicago um 3,8 Prozent. Wegen ukrainischer ⁠Drohnenangriffe verhängt Russland nach Angaben laut der Nachrichtenagentur Reuters von drei Insidern ein vorübergehendes nächtliches Schifffahrtsverbot im Hafen. Zwar laufe der Betrieb außerhalb dieser Zeiten normal weiter und die Getreidelieferungen seien bislang nicht beeinträchtigt, sagten die Branchenvertreter. Dennoch sorge die Maßnahme am Markt für große Nervosität, sagt ein französischer Händler. Über Noworossijsk wird bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte umgeschlagen. Ein größerer Ausfall dort hätte einem deutschen Händler zufolge gravierende Auswirkungen auf den Weltmarkt. Insider: Russland verhängt nächtliches Fahrverbot für Hafen NoworossijskRussland verhängt ​wegen ukrainischer Drohnenangriffe eine nächtliche Sperrung für den Schiffsverkehr im Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen. Zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens dürften keine Schiffe ein- oder auslaufen, verlautet aus Kreisen ⁠der Getreideindustrie. Die Anordnung sei mündlich erfolgt. Außerhalb der Sperrzeiten laufe der Betrieb in Russlands größtem Hafen normal weiter, Getreidelieferungen seien bislang nicht beeinträchtigt. Stellungnahmen des Verkehrsministeriums und der Hafenverwaltung liegen zunächst nicht vor. Über Noworossijsk wird bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte abgewickelt, zudem werden dort Öl, Metalle und Container verladen. Die Nachricht treibt den Preis für Weizen-Terminkontrakte an der Börse ‌Euronext um 4,5 Prozent in die Höhe. Die Regierung hatte den Schiffsverkehr im Asowschen Meer und in der Straße von Kertsch – der Verbindung zum Schwarzen Meer – bereits eingeschränkt. Wadephul will mit ukrainischem Außenminister über Personalwechsel in der Armee sprechenAußenminister Johann Wadephul will sich bei seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha über den Austausch an der Spitze der ukrainischen Armee informieren. Er wolle kurzfristig mit Kiews geschäftsführendem Außenminister über die Sicherheitslage sowie die Personalentscheidungen, die Präsident Wolodymyr Selenskyj jüngst getroffen hat, sprechen, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Besuchs in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.„Sie wissen, Deutschland zählt, und das wird so bleiben, zu den größten Unterstützern der Ukraine, politisch, wirtschaftlich und finanziell. Und deswegen haben wir natürlich ein großes Interesse daran, auch zu wissen, was dort im Einzelnen stattfindet. Aber ich bin ganz sicher, dass das Entscheidungen sind, die wir nachvollziehen können und dass insgesamt der Reformprozess innerhalb der Ukraine weiter vorangetrieben wird.“Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Dienstagabend unter dem Druck einer tagelangen Protestwelle den bisherigen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Olexander Syrskyj, entlassen. Entzündet hatte sich der Protest an der Entlassung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow. Vom neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj erwartet Selenskyj eine Verstärkung der Angriffe auf Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Schattenflotte: EU-Mission überprüft verdächtigen ÖltankerSoldaten einer EU-Marinemission haben im Einsatz gegen Russlands Schattenflotte einen verdächtigen Öltanker im Mittelmeer überprüft. „Jede illegale Fahrt trägt dazu bei, Russlands Kriegsmaschinerie aufrechtzuerhalten. Wir setzen unsere Sanktionen auch auf See konsequent durch“, teilte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf X mit. Man erhöhe den Druck auf Russlands Schattenflotte. Der Öltanker „MV South Star“ werde verdächtigt, unter falscher Flagge und damit unter Verstoß gegen das internationale Seerecht zu fahren. Er sei am Montag zur Überprüfung seiner Flaggenregistrierung aufgebracht worden. Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Die Militäroperation EUNAVFOR MED IRINI ist seit 2020 im Mittelmeer aktiv. Im Mai 2026 überprüfte sie nach eigenen Angaben zum ersten Mal einen Öltanker, der verdächtigt wurde, unter falscher Flagge zu fahren. Bundesregierung: Angebliche Atomwaffen sind russische DesinformationDie Bundesregierung hat russische Berichte strikt zurückgewiesen, dass in Deutschland am Bau einer Atombombe gearbeitet werde. „Die Bundesregierung ordnet ⁠diese Mitteilung als Teil der üblichen russischen Propaganda ein. Die Vorwürfe sind schlicht unzutreffend“, sagt ein Regierungssprecher. „Russland spielt hier mit nuklearen Sorgen, die es selbst immer wieder durch unverantwortliche Äußerungen befördert.“ Moskau versuche, einen Keil in die NATO und die EU zu treiben ‌sowie Deutschland als stärksten Unterstützer der Ukraine zu diskreditieren. Möglicherweise wolle Russland auch die Stimmung vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland beeinflussen. Russische Geheimdienste hatten zuvor auf dem Messengerdienst Telegram geschrieben, dass es in Deutschland Forschungs- und Entwicklungsarbeiten „mit einem möglichen Fokus auf ‌Atomwaffen“ gebe. Deutschland habe offensichtlich das Ziel, direkten ‌Zugang zu Atomwaffen zu bekommen. Sicherheitsdienste warnen seit Längerem vor russischer Desinformation. Selenskyj ernennt Skybjuk zum neuen Chef des Generalstabs Der ⁠ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj baut die Militärführung weiter um und hat Generalmajor Ihor Skybjuk zum neuen Chef des Generalstabs ernannt. „Er ist ein äußerst ‌erfahrener Offizier, der die Ukraine Seite an Seite mit dem neuen Oberbefehlshaber verteidigt hat“, erklärte Selenskyj auf der Plattform X. Damit setzt er die ‌Umstrukturierung des Militärs fort. ‌Skybjuk ersetzt Andrij Hnatow. Am Dienstag hatte Selenskyj Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj abgesetzt und Generalmajor Mychailo Drapatyj in die oberste militärische Position berufen. Lawrow kündigt Treffen mit Rubio am Donnerstag anDer russische Außenminister Sergej Lawrow wird sich noch diese Woche mit seinem amerikanischen Kollegen Marco Rubio treffen. Lawrow kündigte am Mittwoch ein Treffen mit Rubio am Donnerstag in Manila an, bei dem die Kriege in der Ukraine und in Iran im Mittelpunkt stehen dürften. In der philippinischen Hauptstadt findet derzeit das ASEAN-Außenministertreffen statt, an dem beide teilnehmen.Wer ist der neue ukrainische Oberbefehlshaber? Der 43 Jahre alte Generalmajor Mychajlo Drapatyj führt künftig die ukrainischen Streitkräfte im Kampf gegen die russische Invasion. Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ nach tagelangem Druck von Demonstranten den bisherigen 60 Jahre alten Armeechef Olexander Syrskyj und berief den jüngeren General auf diesen Posten. In einer Videobotschaft aus Kiew kündigte der Staatschef eine Neuordnung des Generalstabs in Abstimmung mit Verteidigungsministerium und Präsidialamt an. Drapatyj, seit 25 Jahren Soldat, schrieb auf Facebook: „Ich werde verantwortungsbewusst, konzentriert und mit Respekt gegenüber den Menschen arbeiten, die heute unser Land verteidigen.“ Der in der Bevölkerung beliebte Drapatyj wird nach Walerij Saluschnyj und Olexander Syrskyj der dritte Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee in fast viereinhalb Jahren des russischen Angriffskriegs. Er erlangte schon 2014 als Major Berühmtheit, als er mit einem gepanzerten Mannschaftstransporter eine Straßensperre prorussischer Kräfte in Mariupol durchbrechen ließ. Damals konnte die Hafenstadt von der Ukraine verteidigt werden.2024 half Drapatyj, den russischen Einmarsch in das Gebiet Charkiw zu begrenzen. Später wurde er Befehlshaber der ukrainischen Bodentruppen. Von diesem Posten trat er 2025 zurück, weil beim Einschlag einer russischen Iskander-Rakete in eine Ausbildungseinheit zwölf Soldaten getötet worden waren. Er übernehme die Verantwortung dafür, dass im Heer Soldaten nicht genügend geschützt worden seien, erklärte er. Zuletzt befehligte Drapatyj eine Armeegruppe, die für die Verteidigung des Gebiets Charkiw zuständig ist. Das Portal „Kyiv Independent“ schreibt, der General habe ein Image als „der oberste moderne, auf Menschen fokussierte Militärführer der Ukraine“. In einem Facebook-Eintrag erklärte Drapatyj seine Unterstützung für den entlassenen und in der Bevölkerung sehr beliebten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und forderte eine Armee-Reform: „Die Armee braucht Veränderungen, aber ohne Gerechtigkeit sind Veränderungen für die Menschen sinnlos, die diesen Krieg jeden Tag auf ihren Schultern tragen.“ Entlassener ukrainischer Armeechef: 700 Quadratkilometer zurückerobertDie Ukraine hat in diesem Jahr nach Angaben ‌des entlassenen Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj 700 Quadratkilometer ihres Territoriums zurückerobert. „Ich übergebe meinem Nachfolger eine Armee, die nicht ‌nur die ‌Verteidigung hält, sondern auch in der Offensive ist“, erklärt Syrskyj auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram und bestätigt damit ​seinen Abschied von der ⁠Militärspitze. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalmajor Mychajlo Drapatyj zum Nachfolger ernannt.Vanessa AngermannGrößter russischer Online-Händler: Abermals Wildberries-Lagerhallen angegriffenDer größte russische Online-Händler Wildberries ist nach ‌eigenen ‌Angaben abermals angegriffen worden. Ziel seien die Lagerhallen in den ​Städten Krasnodar ⁠und Newinnomyssk gewesen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, ​teilte Unternehmenschefin Tatjana Kim mit. Am Samstag waren ‌bei ukrainischen Drohnenangriffen nach russischen Angaben ebenfalls Wildberries-Lagerhallen getroffen ⁠worden. Dabei ⁠seien acht Mitarbeiter getötet und ⁠Brände ​ausgelöst ⁠worden, was zu Störungen ​im Betrieb geführt ‌habe. Wildberries wird oft als Russlands ​Amazon bezeichnet.Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten Armeechef Olexandr Syrskyj entlassen. Neuer Oberbefehlshaber werde Mychajlo Drapatyj, teilte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Präsident hatte zunächst trotz Kritik an seinem seit 2024 eingesetzten Oberkommandierenden festgehalten, nachdem er vorige Woche den populären Politiker Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen hatte. Der erst 35 Jahre alte Fedorow hatte danach seinen Konflikt mit dem noch zu Sowjetzeiten ausgebildeten Syrskyj öffentlich gemacht. Dabei ging es maßgeblich um einen Richtungsstreit in der Kriegsführung. Fedorow stand vor allem für die auch im Westen gelobten Einsätze ukrainischer Drohnen gegen russische Ziele.Ausdrücklich dankte Selenskyj dem scheidenden General und würdigte seine militärischen Verdienste. Der Präsident hatte angesichts fortdauernder Proteste gegen die Entlassung von Fedorow seit Tagen Gespräche mit Militärs geführt, wie er auf der Plattform X mitteilte. Schon am Samstag hatte er in seiner täglichen Videoansprache angesichts der Straßenproteste gesagt, dass er darauf höre, was die Leute sagen. Er habe auch lange mit Fedorow und Syrskyj gesprochen, sagte er. Am Dienstagabend folgte nach Angaben von Selenskyjs Sprecher Dmytro Lytwyn ein weiteres Gespräch mit Fedorow. Zu dessen neuer Rolle gab es zunächst keine Angaben. Sechs Tage in Folge demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung. Hauptforderung war dabei aber eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Aus Militärkreisen gab es zugleich auch offene Unterstützung für Syrskyj.Die Hintergründe zum Konflikt zwischen Sryskyj und Fedorow hat F.A.Z.-Korrespondent Stefan Locke aufgeschrieben:Mehr ladenTickarooLive Blog Software