Als die Migranten Südafrika verließen, ging es ganz schnell. Innerhalb von rund zwei Monaten haben nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP mehr als 160.000 afrikanische Zuwanderer das Land verlassen – aus Angst vor Gewalt, nach massiven ausländerfeindlichen Kampagnen. Das Versprechen radikaler Gruppen: Wenn die Migranten Südafrika verlassen, gibt es mehr Arbeit für Einheimische.

Doch die Rechnung geht bislang nicht auf. Statt neuer Jobs entstehen Lücken – beim Gemüsehändler an der Ecke, beim Friseur, auf dem Bau und auf den Zuckerrohrplantagen. In einem Land mit einer offiziellen Arbeitslosenquote von rund 32 Prozent fehlt plötzlich das Personal.

Wohin die Menschen gehen – und wie viele es sind

Die größte Rückkehrbewegung führt nach Simbabwe. Bis zur Mitte der Woche registrierte das Land nach AFP-Angaben 108.366 Rückkehrer – mehr als ein Zehntel aller dort lebenden Simbabwer. Ein Teil kehrte in organisierten Aktionen zurück, viele reisten auf eigene Faust aus, manche über den Umweg Botswana.

An zweiter Stelle steht Malawi mit mehr als 46.890 Rückkehrern. Mosambik meldet knapp 2.000 offiziell zurückgeholte Bürger; die Gesamtzahl wird auf rund 20.000 geschätzt. Nigeria repatriierte 1.490 Staatsbürger, Ghana 926. Weitere Rückkehrer melden Uganda, Lesotho, Kenia und die Demokratische Republik Kongo.