Bis 30. Juni, sagen radikale Kampagnen, sollen „illegale“ Zuwanderer Südafrika verlassen. Angst geht um: Geschäfte schließen, Migranten reisen aus.

Der 30. Juni wird einer der angespanntesten Tage in Südafrikas neuerer Geschichte. Angekündigt ist ein Tag der Konfrontation zwischen Staat und ausländischen Zuwanderern auf der einen Seite und ausländerfeindlichen selbsternannten Bürgerwehren auf der anderen. Die Regierung fürchtet eine Neuauflage der massiven Gewalt in Südafrika vom Sommer 2021, als die Verhaftung von Ex-Präsident Jacob Zuma Proteste seiner Anhänger und Unruhen mit über 300 Toten hervorrief.

Seit Wochen verlangen ausländerfeindliche Gruppen, dass Migranten ohne Aufenthaltspapiere bis spätestens 30. Juni Südafrika verlassen müssen. Die Frist wurde von der Organisation „March and March“ gesetzt und kursiert in Form einer gefälschten „letzten Warnung“ des südafrikanischen Innenministeriums. Südafrikas Regierung musste klarstellen, dass der 30. Juni keine offizielle Frist darstellt, nachdem die Fake-Mitteilung mit dem Staatswappen in Umlauf gebracht worden war.

Während die ausländerfeindlichen Gruppen selbst behaupten, sie würden danach ausschließlich mit friedlichen Mitteln vorgehen, hat es in den vergangenen Wochen zahlreiche Gewaltakte mit Toten und Plünderungen gegeben. Die Gruppen rufen für Dienstag zu einem „nationalen Shutdown“ auf. Sie machen Einwanderung für Südafrikas sehr hohe Arbeitslosen- und Kriminalitätsraten verantwortlich und fordern die Entfernung der Einwanderer als Lösung dieser Probleme.