Kanzleramtschef Thorsten Frei soll auf Jens Spahn als Fraktionschef folgen. Damit räumt Merz Probleme aus dem Weg – und schafft neue.
Merz setzt auf Vertrauten Thorsten Frei
Ebrahim Noroozi/ap
D iese Personalie ist so naheliegend wie erwartbar: Indem Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder den aktuellen Kanzleramtschef Thorsten Frei als Nachfolger von Jens Spahn als Unionsfraktionschef vorschlagen, löst Merz gleich zwei Dinge auf einmal: Frei ist Merz hundertfünfzigprozentig ergeben, und der Kanzler hätte seinen treuen Staatsminister auf gesichtswahrende Weise aus dem Kanzleramt wegbefördert. Denn Freis Bilanz im Maschinenraum der Macht kann man zusammenfassend bewerten mit: „Er hat sich stets bemüht.“
Damit sind auch gleich die Risiken angedeutet, die mit der scheinbar eleganten Lösung verbunden sind. Dass Frei, der für einige Beinah-Crashs der schwarz-roten Koalition, etwa die Verfassungsrichter:innenwahl, mitverantwortlich ist, zum wichtigsten Unionsmann hinter dem Kanzler aufsteigen soll, erinnert ans Peter-Prinzip: Führungskräfte bis zur absoluten Inkompetenz wegloben und befördern. Ein mutiger Umbau hätte anders ausgesehen, dafür hätte sich Merz dazu durchringen müssen, den hermetischen Zirkel konservativ tickender Männer um ihn aufzubrechen. Was dem Kanzler wiederum geholfen hätte, den eigenen Erfahrungshorizont zu weiten und Kritik früher wahrzunehmen.










