PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSpahn-NachfolgerMerz und Söder schlagen Kanzleramtschef Frei als neuen Chef der Unionsfraktion vorStand: 10:10 UhrLesedauer: 3 MinutenDer bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei wird neuer Unions-Fraktionschef. Sehen Sie hier das Statement von CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und dem parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion, Steffen Bilger.In einer Schalte mit der Unionsfraktion haben Kanzler Merz und CSU-Chef Söder Kanzleramtsminister Frei offiziell als Nachfolger für den zurückgetretenen Spahn genannt. Noch offen ist, wer ihm an der Spitze des Kanzleramts nachfolgen soll.BKanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) soll neuer Chef der Unionsfraktion im Bundestag werden. Diesen Vorschlag hätten sie dem Fraktionsvorstand in einer Videokonferenz unterbreitet, teilten Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz und der CSU-Vorsitzende Markus Söder in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch mit. Die Fraktion werde anschließend informiert und soll am 29. Juli in einer Sondersitzung darüber abstimmen. Wer Frei an der Spitze des Kanzleramts nachfolgen soll, bleibt offen.„Ich bitte um Zustimmung der Fraktion für Thorsten Frei, der einen maßgeblichen Anteil am bisherigen Erfolg der Regierungsarbeit und der Stabilität der Koalition hat“, erklärte Kanzler Merz. Die Reformerfolge der vergangenen Wochen seien auch sein Verdienst. Frei werde an der Spitze der Fraktion „für das perfekte Zusammenspiel zwischen Parlament, Koalitionspartner und Bundesregierung sorgen“.Lesen Sie auchSöder sagte, dass er als CSU-Chef den Vorschlag von Merz unterstütze. „Thorsten Frei wird ein guter Vorsitzender der gemeinsamen Bundestagsfraktion werden“, teilte der bayerische Ministerpräsident mit. „Schon als Kanzleramtsminister oder früher als Parlamentarischer Geschäftsführer haben wir mit ihm gut zusammengearbeitet.“Merz äußerte sich auch zu dem zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn. Dieser habe den Aufbau der Unionsregierungsfraktion „in kritischer Zeit zielstrebig, zuverlässig und erfolgreich vorangetrieben“. Er danke Spahn, auch weil er gerade in den vergangenen Wochen eine bedeutende Rolle bei den Reformvorhaben der Regierung gespielt habe.Thorsten Frei als Kanzleramtsminister in der KritikDie Personalie war bereits am Vormittag bekannt geworden. Frei wird damit in seinen angestammten Bereich in der Bundespolitik zurückkehren. Er war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt.Lesen Sie auchDort hat er nur schwer Fuß gefasst. Frei wurde von einigen in der Union vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen dann die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm bekommt Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze.CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann, der die Unionsfraktion derzeit kommissarisch leitet, begrüßte die Nominierung. „Er kennt diese Fraktion, er kennt parlamentarisches Arbeiten. Und er hat einen hervorragenden Draht zum Koalitionspartner, in die SPD hinein“, sagte Hoffmann auf einer Pressekonferenz mit dem ersten Parlamentarischen Geschäftsführer Steffen Bilger. Frei kenne die Erwartungen einer selbstbewussten Fraktion, betonte der CDU-Politiker. Lesen Sie auchZur Nachfolge Freis wollten sich beide nicht äußern. Hoffmann verwies nur auf die Äußerung von Kanzler Merz, dass dieser die Frage zeitnah lösen wolle. „Uns war wichtig, im Zuge dieser Personalfindung zunächst einmal auch zu versuchen, eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages zu vermeiden“, fügte er unter Hinweis auf die Kosten hinzu, wenn alle Abgeordneten aus der parlamentarischen Sommerpause anreisen müssten. Er erwarte, dass kommende Woche bei der Wahl Freis zum Fraktionschef eine hohe Anwesenheit der CDU/CSU-Parlamentarier in der Sondersitzung zu verzeichnen sei, sagte Bilger.Spahn war nach massiver Kritik an seiner Vaterschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA am Samstag zurückgetreten. Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, in den USA aber erlaubt. Ihm waren auch aus seiner eigenen Fraktion und Partei eine verzögerte Kommunikation und Doppelmoral vorgeworfen worden. Er war in der Vergangenheit für ein Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland eingetreten, hatte für seinen Kinderwunsch nun selbst aber diesen Weg über die USA gewählt. Am Samstag trat er auch auf Druck von Merz zurück.rct/ll/sebe mit AFP/Reuters
Jens Spahn Nachfolge: Thorsten Frei soll neuer Unionsfraktionschef werden - WELT
In einer Schalte mit der Unionsfraktion haben Kanzler Merz und CSU-Chef Söder Kanzleramtsminister Frei offiziell als Nachfolger für den zurückgetretenen Spahn genannt. Noch offen ist, wer ihm an der Spitze des Kanzleramts nachfolgen soll.










