Demnach einigten sich die Parteichefs, Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), auf die Personalie. Frei, 52 Jahre alt, soll noch am Mittwoch dem Fraktionsvorstand vorgeschlagen werden. Die Fraktion soll ihn kommende Woche in einer Sondersitzung wählen.Wer für Frei im Kanzleramt übernimmt, ist offen. Merz hatte im ZDF-Sommerinterview am Wochenende bereits angedeutet, dass die Nachfolgefrage für Spahn eine Gelegenheit für eine Kabinettsumbildung sein könnte.

Frei war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz. Er kennt die Arbeit an der Fraktionsspitze also. Schon nach der Bundestagswahl 2025 war Frei für den Fraktionsvorsitz im Gespräch, Merz holte ihn aber ins Kanzleramt. Dort fasste der Politiker aus dem Schwarzwald nur schwer Fuß. Parteikollegen warfen ihm vor, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren.

Spahn umging ein Verbot in DeutschlandSpahn und sein Mann hatten vergangene Woche bekannt gegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn zur Welt. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn in der CDU mitgetragen hat. Auch viele Parteikollegen reagierten empört. Am Samstag trat Spahn als Fraktionschef zurück.