Mychajlo Drapatyj soll das Oberkommando über die ukrainischen Streitkräfte führen. Im Vergleich zu Vorgänger Syrskyj gilt er als moderner und humaner.

Auf gute Zusammenarbeit: Präsident Selenskyj im Handshake mit seinem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj (r.)

Ukrainian Presidential Press Office/ap/dpa

Das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw nahe dem Amtssitz des Präsidenten ist an diesem Mittwochmorgen menschenleer. Einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung räumen Pappschilder weg. Darauf steht: „Bringt Fedorow zurück“, „Ich halte dieses Schild für jene, die die Frontlinie halten“, und „Nein zu Syrskyj! Ja zu Drapatyj.“ Noch während die Pappschilder in den Müll geräumt werden, beginnen diese Forderungen Wirklichkeit zu werden.

Am Dienstagabend entließ der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Dieser Schritt folgte auf Selenskyjs Entscheidung, den populären Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow abzusetzen. Dessen Konflikt mit Syrskyj hatte eine innenpolitische Krise sowie tagelange Proteste in der Ukraine ausgelöst, bei denen die Demonstranten auch den Rücktritt des Oberbefehlshabers selbst gefordert hatten.