Die Wirtschaft hat positiv auf die neue Start-up-Strategie der Bundesregierung reagiert. Zugleich fordern mehrere Verbände aber mehr Tempo und eine zügige Umsetzung. „Entscheidend ist jetzt, was daraus folgt: Aus dem Papier muss schnell Realität werden“, sagte Helmut Schönenberger, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes. „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Jobverlusten in den klassischen Industrien müssen wir uns viel ⁠stärker für Neues öffnen.“Das Kabinett hat am Mittwoch ein 36-seitiges Papier beschlossen, in dem 152 Einzelmaßnahmen aufgelistet werden. Ein wichtigstes Ziel: Gründungen sollen künftig leichter und schneller möglich sein. Bürokratische Hürden will die Bundesregierung abbauen und es den Start-ups leichter machen, neues Personal zu gewinnen.Ziel sei es, das Potenzial innovativer neuer Unternehmen besser zu nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie liegt darauf, Wagniskapital zu mobilisieren. Es sollen ‌auch Möglichkeiten genutzt werden, Gelder ‌aus der privaten Altersvorsorge in Start-ups zu investieren.Der Digitalverband Bitkom lobte den ‌Fokus der Strategie auf die Wachstumsfinanzierung, Bürokratieabbau, eine enge Verzahnung mit der Wissenschaft sowie die Internationalisierung. „Allerdings ist bereits ein Viertel der Legislaturperiode vorbei und es sind noch viele offene Punkte zu klären“, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.Der Startup-Verband betonte, die Strategie könne helfen, den jüngsten Schub bei den Start-up-Gründungen zu verstärken. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in Deutschland 3053 Firmen neu gegründet – 52 Prozent mehr ⁠als im zweiten Halbjahr 2025. Auch als Arbeitgeber gewinnen Start-ups an Bedeutung: 2024 beschäftigten sie 522 000 Menschen, 26 Prozent mehr als vier Jahre zuvor.