Die Idee klingt zu schön, um wahr zu sein: Während es in der Autoindustrie kriselt, boomt angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten die Rüstungsindustrie. Warum sollten VW und Co. nicht überzählige Werke an Rüstungsbetriebe weiterreichen? Und die gesunkene Nachfrage im Nutzfahrzeugmarkt am besten noch durch Lieferungen an Rüstungsunternehmen ausgleichen?

Tatsächlich wird aus der wundersamen Rettung wohl nichts werden. Meine Kollegen Michael Freitag, Margret Hucko und Christoph Seyerlein haben für ihre aktuelle Analyse mit CEOs, Aufsichtsräten, Beratern und Rüstungsexperten gesprochen. Ihr Urteil: Mehr als etwas Unterstützung für die Automobilbauer ist nicht drin. Oder wie es ein Aufsichtsrat ausdrückte: „In dem Trend steckt mehr als 50 Prozent Verzweiflung.“ Alles über die verzweifelte Suche der Autohersteller nach Rüstungsaufträgen lesen Sie hier.

Hoffen auf Rüstung: Volkswagen-Chef Oliver Blume und Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström

Illustrationen: Peter Stemmler / QuicHoney / manager magazin

Die Wirtschaftsnews des Tages:Später Aufklärungsversuch: Nach dem Austausch der kompletten Geschäftsleitung durch zwei Sonderbeauftragte der Bafin hat die Berenberg Bank am Dienstag ihren Jahresabschluss vorgelegt. Dabei räumte das Geldhaus ein, dass Ergebnisse geschönt und Kredite zu unüblichen Bedingungen an Mitglieder der Geschäftsleitung vergeben worden waren.Schnapsfreie Zone: Künftig soll auf deutschen Bahnhöfen außerhalb von Gastronomiebetrieben kein Alkohol mehr konsumiert werden dürfen. Bis Oktober 2026 sollen alle 5400 deutschen Bahnhöfe laut Deutscher Bahn alkoholfrei sein.Schrumpfkurs statt Glücksschrei: Der Onlineversender Zalando schließt bis Ende September seinen Standort in Erfurt und streicht in der Zentrale in Berlin offenbar weitere 200 Stellen. In Rumänien soll indes ein neuer Standort entstehen.