Das Zusammenleben in der Hauptstadt ist oft kein Einfaches. Besonders deutlich wird das im Straßenverkehr, denn hier verstehen sich viele Menschen wie auf einer Bühne, auf der sie ihr Ego erweitern wollen. Mit anderen Worten: Weg da, hier kommen Ich, Es und Über-Ich! Und leider ist es so, dass der Radfahrer der anstrengendste Zeitgenosse im öffentlichen Raum ist. Für ihn scheinen immer andere Regel zu gelten als für den Rest der Verkehrsteilnehmer. Das finden Sie polemisch? Dann lesen Sie erst einmal unsere Typologie der radfahrenden Nervensägen.

1. Der Boombox-Radler

Er ist eine ganz besondere Spezies Mensch: Der Boombox-Radler ist zumeist männlich und steht in einem oft schwierigen Verhältnis zu seiner Umwelt und seinen Mitmenschen. Um seine Abneigung oder sein Egal-Verhältnis zur Gesellschaft kundzutun, muss auch das Fahrrad herhalten. An den Lenker hat er eine kleine Boombox angebracht, um auf dem Weg von A nach B den öffentlichen Raum mit mindestens 3000 Dezibel zu beschallen. Wahlweise mit Gabber-Techno aus den 90ern oder den schönsten Oldies von Antenne 4.

2. Der Lastenradler

Grundsätzlich sind Lastenräder eine positive und lobenswerte Erfindung, entlasten sie doch den Verkehr auf den Straßen ungemein und tragen – von den Ressourcen, die für ihren Bau gebraucht werden einmal abgesehen – zu weniger Umweltverschmutzung bei.