Ich gehöre weiß Gott nicht zu den schnellsten Radlern. Der Berliner Verkehr schüchtert auch mich ein. In den letzten Jahren bin ich zweimal nicht ganz harmlos gestürzt mit dem Fahrrad. Und weil mir mein Leben heilig ist, verzichte ich nun lieber auf ein paar Stundenkilometer – und fahre dafür sicher. Nun ja. So sicher es eben geht in unserer verrückten Stadt. Und auf diesen Berliner „Radwegen“, wenn man sie denn überhaupt so nennen will.Was ich damit sagen will: Ich habe volles Verständnis. Für alle, die den Berliner Radverkehr nicht mit der Tour de France verwechseln. Für alle, die mit dem Rad nicht Ferraris oder Lamborghinis (so es sie denn in Berlin gibt) überholen wollen. Aber: Genug ist genug. Denn es gibt Leute (und gar nicht so wenige), die es mit der Entschleunigung, dem Tempo-Detox, übertreiben. So, als würden sie eine Drahtseil-Balance-Übung vollführen. Menschen, die so langsam radeln, dass man meint, sie könnten jeden Moment umfallen. Oder direkt den Rückwärtsgang einlegen.
Ich würde gern dem Internet den Stecker ziehen
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich fühle mit den Langsamen. Insgesamt hege auch ich das Gefühl, dass unsere Welt sich viel zu schnell dreht. Stress, Stress, Stress. Kaum hat man sich am Morgen ein brandneues iPhone gekauft, gibt es am Abend schon das übernächste Modell (mit noch besserer Kamera). Kaum ist etwas geschehen, wird von jedem eine Knallhart-Meinung eingefordert. An manchen Tagen würd ich gern dem Internet den Stecker ziehen. Mindestens für ein paar Wochen. Und einfach in Ruhe noch mal den „Zauberberg“ lesen. Aber.






