Über Bilder und deren Wirkungskraft: Die Ausstellung „The Lure of the Image“ bei C/O Berlin übt sich in audiovisueller Selbstermächtigung.
Zieht in den Bann: Dina Kelbermans „The Wave“, 2025, Videostill
Dina Kelberman
Bilder verlocken, Bilder verführen. Das hatten schon die Porträtmaler (und deren Auftraggeber) in Mittelalter und Renaissance herausgefunden, die die damaligen Prinzen und Prinzessinnen für den aristokratischen Heirats- und Machtmarkt möglichst vorteilhaft darstellen sollten.
Auf audiovisuelle Sogstrategien der digitalen Gegenwart hat es jetzt die Ausstellung „The Lure of the Image – Wie Bilder im Netz verlocken“ abgesehen. Es lassen sich dabei verblüffende Verschiebungen feststellen. Denn es sind gar nicht die ausgefeilt schönen Darstellungen von Menschen, nicht einmal die mit Gewalt aufgeladenen Bilder, die die Besucherinnen und Besucher, den Rezensenten eingeschlossen, am meisten in den Bann ziehen. Nein, für das größte und am längsten anhaltende Interesse sorgt eine Welle von Aufnahmen Gummihandschuh-bewehrter Hände, die sanft Schwämme drücken und dabei hübschen Schaum produzieren. Über den Audiokanal wird zudem hypnotisierendes Wasserrauschen herübergespült.






