Eine intime Ausstellung bei Between Bridges versammelt Werke von Jochen Klein. Ebenfalls in Kreuzberg: die Schau „Inscape“ bei Kraupa Tuscany Zeidler.
Blick in die Ausstellung von Jochen Klein bei Between Bridges
Eric Tschernow
W er es bislang verpasst hat, die Jochen-Klein-Ausstellung bei Between Bridges zu besuchen, sei hiermit daran erinnert. Nur noch bis zum 26. Juli ist sie zu sehen und beleuchtet schlaglichtartig alle Phasen von Kleins kurzer, aber überaus vielseitiger Schaffenszeit. Malerei aus der Studienzeit seines ehemaligen Lebensgefährten hat Wolfgang Tillmans für die Schau ausgewählt – ein fein ausgearbeitetes Acrylbild etwa, auf dem ein ziemlich gruseliger Junge hinter einer Birke kauert – und ganz späte, die kurz vor Kleins frühem Tod entstanden. Er starb 1997 mit gerade mal 30.
Aus dieser Phase stammt die Collage, die Plakatmotiv zur Ausstellung ist: die flauschige Meerschweinchenfamilie eines Medizini-Posters umgeben von üppigem Grün. Außerdem zu sehen sind kleine fleischfarbene Wachstierchen in handgearbeiteten Musselinkleidchen, ein Collagenheft, konzeptuelle Arbeiten aus der Zeit, als Klein sich dem Kollektiv Group Material angeschlossen hatte – eine in Anlehnung an den Ikea-Katalog konzipierte kritisch-ironische Abhandlung über Konsumkultur und prekäre Daseinsformen.






