Leihmutterschaft: Lässt sich da etwas auf Deutschland übertragen?Der CDU-Politiker Jens Spahn ist von seinem Posten als Unionsfraktionschef zurückgetreten, weil er mithilfe einer Leihmutter Vater geworden ist und dies gegen die Linie seiner Partei verstößt. Ist damit die Debatte über die Leihmutterschaft zu Ende? Nein. Sie fängt gerade erst an.

So plädiert die Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf für eine Legalisierung in Deutschland. Wenn sich die Frauen freiwillig dafür entschieden, dürfe der Gesetzgeber ihnen das nicht verbieten, sagte die Juristin der »Zeit« (mehr dazu hier).

Juristin Brosius-Gersdorf: Plädoyer für Legalisierung

In den USA und anderen Ländern gebe es für die Leihmutterschaft strenge Voraussetzungen, führte Brosius-Gersdorf aus: etwa die Bedingung, dass die betroffenen Frauen auch aus eigenen Mitteln finanziell abgesichert seien. Solcherlei Vorkehrungen schützten vor Zwang und Ausbeutung, meint die Juristin.Der relativ gute Ruf, den die USA hier haben, bewegt viele schwule Paare dazu, sich dort eine Leihmutter zu suchen (mehr hier ). Trotzdem sind Fragen angebracht: Da die USA uns kulturell nahestehen, übersehen wir häufig, wie schwach die sozialen Sicherungssysteme dort sind. Auch wenn jemand finanziell erst mal keine Not leidet, kann es immer noch sein, dass er oder sie in ständiger Furcht vor dem Abstieg lebt und sich deswegen doch ausbeuten lässt.