Es gibt sie zwar schon, doch bald könnte es nur noch Unisex-Toiletten geben. Hintergrund ist die geplante Novelle der Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO). Sie regelt unter anderem, ob in öffentlichen Versammlungsstätten wie Theatern, Stadien, Konzerthäusern oder Mehrzweckhallen geschlechtergetrennte Toiletten vorgeschrieben sind oder nicht. Als Musterregelwerk bildet sie die Grundlage für entsprechende Vorschriften der Bundesländer.

Im Mittelpunkt steht dabei ein einzelner Satz. Während die geltende Fassung seit 2014 ausdrücklich vorschreibt, dass Versammlungsstätten getrennte Toilettenräume für Damen und Herren haben müssen, sieht der Entwurf künftig nur noch eine „ausreichende Anzahl von Toiletten“ vor. Frauenrechtsinitiativen wie „Was ist eine Frau?“ befürchten deshalb, dass die Pflicht, geschlechtergetrennte Toiletten einzurichten, wegfällt.

Mehrere Medien, darunter die Frauenzeitschrift Emma oder auch Welt Online, griffen die Debatte bereits auf. Sie befürchten, dass es keine Frauentoiletten und damit keinen Schutzraum für eben diese mehr geben wird. Das Thema könnte im Berliner Wahlkampf eine Rolle spielen – auch weil Bausenator Christian Gaebler (SPD) derzeit den Vorsitz der Bauministerkonferenz führt. Dort wird darüber entschieden. Auf Nachfrage der Berliner Zeitung verweist die Pressestelle der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen auf ein noch laufendes Verfahren.