Eine Leihmutterschaft degradiert eine Frau zur Gebärmutter auf zwei Beinen. Ähnlich wie beim Organhandel beuten Reiche die Unterprivilegierten aus.

Bei einer Leihmutterschaft wird eine Frau zur Gebärmutter auf zwei Beinen herabgewürdigt

Jan Woitas/dpa

W ir leben im Zeitalter der Regenbogenfamilien. Ein Spitzenpolitiker wie Jens Spahn muss sein Schwulsein nicht mehr verstecken, sondern kann ganz selbstverständlich zum Standesamt marschieren. Verheiratete lesbische Paare haben die Möglichkeit, mithilfe einer Samenspende legal Eltern zu werden. Pflegekinder, Stiefkindadoptionen und Adoptionen im Ausland sind möglich, um als nicht-heterosexuelles Paar eine Familie zu gründen. Wäre es da nicht folgerichtig, auch die Leihmutterschaft zu erlauben?

Nein, die kommerzielle Leihmutterschaft ist keine akzeptable Alternative für schwule oder andere Paare, ein leibliches Kind in die Welt zu setzen, sondern Ausdruck einer besonders krassen Ausbeutung des weiblichen Körpers. Bei einer Leihmutterschaft wird die Frau zum Brutkasten der Reichen herabgewürdigt. Privilegierte Menschen wie Jens Spahn und sein Mann „mieten“ sich für 100.000 bis 200.000 Euro eine Gebärmutter, um eben ein „eigenes“ Kind zu bekommen, eines, das ihre Gene weiterträgt.