Im Sommer 2006 sicherte die Bundeswehr in der DR Kongo freie Wahlen ab. Heute wird Kongos Verfassung abgeräumt und die Welt schaut weg.

Bevölkerung bitte hier entlang, Regierung dort: Zufällige Intstallation mit umgefallenen Schildern in Kinshasa im Wahljahr 2006

E s scheint eine Ewigkeit her, als vor 20 Jahren die Bundeswehr in der Demokratischen Republik Kongo einen ihrer größten Afrika-Einsätze startete. Insgesamt bis zu 780 deutsche Soldaten halfen ab Juli 2006 vier Monate lang im Rahmen einer EU-Mission in Kongos Hauptstadt Kinshasa, Kongos erste freie Wahlen abzusichern.

Die Welt war im Jahr 2006 eine optimistischere als 2026, gerade was die Nord-Süd-Beziehungen anging. Eine neue Ära der Kooperation schien anzubrechen, getragen von den Beschlüssen zu mehr und besserer Entwicklungshilfe bei Tony Blairs G8-Gipfel in Großbritannien bis zum kompletten Schuldenerlass für die ärmsten Länder.

Negative Entwicklungen wie Sudans staatlicher Völkermord in Darfur oder die Gewaltherrschaft in Simbabwe galten als zwar schwierige, aber prinzipiell lösbare Probleme. In den meisten afrikanischen Dauerkriegsgebieten schien der Trend Richtung Befriedung zu gehen, guter Wille der Konfliktparteien und Engagement ihrer internationalen Partner vorausgesetzt.