Kurswechsel in Berlin: Deutschland wird sich doch an dem ersten Manöver der von Ukraine-Verbündeten gegründeten „Koalition der Willigen“ beteiligen. Am Freitag werde man in einer Sitzung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats darüber beraten, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur.„Deutschland wird sich an diesem Manöver beteiligen. Die Bundesregierung prüft, wie diese Beteiligung aussehen wird.“ Am Dienstag hatte es noch aus Regierungskreisen geheißen, dass Deutschland sich nicht beteiligen werde.Die Koalition von rund 35 Ukraine-Verbündeten hatte sich am Montag bei einem Treffen in Paris auf Vorschlag Frankreichs überraschend auf die ersten Übungen der multinationalen Ukraine-Truppe verständigt. Sie wird zur Unterstützung der Ukraine im Fall eines Waffenstillstands mit Russland aufgebaut. Die ersten Manöver sollen in Polen stattfinden, einem der Nachbarländer der Ukraine. Zunächst nur kleinere Übung der „Koalition der Willigen“ Es soll sich um eine kleinere Übung handeln, bei der zunächst Führungsstrukturen und Entscheidungswege getestet werden. Ministerpräsident Donald Tusk hatte am Dienstag neben Polen auch Frankreich und Großbritannien als Teilnehmerstaaten genannt.Die Bildung der multinationalen Truppe unter europäischer Führung zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands war im Dezember auf einem Ukraine-Gipfel in Berlin beschlossen worden. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag davon gesprochen, dass die Truppe bereits einsatzfähig sei.Merz sprach zunächst lediglich davon, dass die „Koalition der Willigen“ bereit sei, bei den Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand eine „wichtige Rolle“ zu spielen, in enger Zusammenarbeit mit den USA. „Über Art und Umfang des deutschen Beitrags werden die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag ebenfalls entscheiden“, sagte der Kanzler. Am Freitag tagt der deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungsrat auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich, unmittelbar vor einer Tagung des Ministerrats beider Länder in Brühl bei Köln, an der neben Merz und Macron zahlreiche Minister teilnehmen. Bulgarien beteiligt sich nicht an „Koalition der Willigen“ Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Bulgarien hatte am Dienstag eine Teilnahme an der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine abgelehnt. „Der Platz von Bulgarien ist nicht dort“, sagte der neue bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew in Paris einem Bericht des Bulgarischen Nationalen Fernsehens BNT zufolge.Bulgarien nehme nicht an einer Koalition teil, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Hilfe für die Ukraine bestehe, erläuterte Radew.Zum Ukraine-Krieg sagte der frühere Kampfjetpilot und Chef der bulgarischen Luftstreitkräfte Radew: „Die Lösung dieses Konflikts ist nicht in seiner Verlängerung mit militärischen Mitteln, sondern in einer starken diplomatischen Mission, die ein Ende der Eskalation setzt.“ Der bulgarische Ex-Präsident Radew ist seit Mai 2026 Regierungschef des Landes mit seinen etwa 6,4 Millionen Einwohnern. Im Gegensatz zu früheren Regierungen in Sofia hatte er sich als Staatschef für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs eingesetzt. (dpa)
„Koalition der Willigen“: Deutschland beteiligt sich doch an Übung der Ukraine-Verbündeten
Die Bundesregierung hatte zurückhaltend auf die überraschende Ankündigung Frankreichs für ein baldiges Manöver reagiert. Das hat sich jetzt geändert. Was ist genau geplant?










