In der Ukraine hält die Empörung über die Absetzung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow an. Er hatte das Land im Krieg gegen Russland gestärkt.
Kyjiw, Samstagabend: Tausende gehen für den abgesetzten Verteidigungsminister auf die Straße
Die zentralen Straßen in Kyjiw füllen sich mit immer mehr Menschen – Büroangestellte, Militärveteranen, Familien mit Kindern. Es ist Samstag abend, seit nunmehr drei Tagen versammeln sich Tausende Menschen in der ukrainischen Hauptstadt vor dem Amtssitz des Präsidenten. Sie skandieren „Schande!“, „Die Macht gehört dem Volk!“ und „Abgeordnete – an die Arbeit!“, während sie wütende und ironische Plakate in die Höhe halten. Ähnliche Demonstrationen finden auch in den meisten anderen ukrainischen Großstädten statt.
Auslöser der Proteste ist die Entscheidung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow zu entlassen. Fedorow war erst im Januar berufen worden. Er kann auf Erfolge bei der Massenproduktion und dem Einsatz von Drohnen, der Unterbindung der Nutzung von Starlink-Terminals durch russische Streitkräfte sowie Angriffen auf militärische Ziele in Russland verweisen.
Hintergrund der Führungskrise im Verteidigungsministerium ist ein Konflikt zwischen Fedorow und dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Die Demonstranten fordern von Selenskyj, Fedorow wieder einzusetzen und Syrskyj zu entlassen. Tausende Stimmen skandieren im Gleichklang: „Weg mit Syrskyj!“










