PfadnavigationHomePolitikAuslandIran-KriegTeheran setzt Rahmenabkommen mit den USA aus – zwei US-Soldaten sterben bei Angriffen auf JordanienStand: 19.07.2026Lesedauer: 5 MinutenIm Irankrieg eskaliert die Lage: USA und Iran setzen ihre Angriffe fort. Beide Seiten melden Attacken auf militärische Ziele und drohen mit weiterer Eskalation. Berichte über explodierte Öltanker weist das US-Militär als falsch zurück.Der Iran-Krieg ist wieder aufgeflammt: Nach mehreren Angriffen der USA setzt die Führung in Teheran das jüngst erst verhandelte Rahmenabkommen aus. Durch iranische Angriffe kamen zwei US-Soldaten ums Leben.Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hat nach Ansicht der Regierung in Teheran keinen Bestand mehr. Man habe das Abkommen ausgesetzt, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars. „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt“, zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview.„Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen“, führte Gharibabadi weiter aus. Das sei der Grund gewesen, warum auch der Iran sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.In einer im Fernsehen verlesenen Erklärung bezeichnete der neue oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump unter der Vereinbarung als „wertlos“ und „ungültig“. In der Erklärung drohte er mit „unvergesslichen Lektionen“, sollte die USA ihre Angriffe fortsetzen. Seit Kriegsbeginn hat sich der Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei bisher nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Anfang Juli war der Konflikt aber wieder eskaliert.Iran tötet zwei US-Soldaten in JordanienIn der Nacht zum Samstag griffen die USA die siebte Nacht in Folge Infrastruktur und militärische Ziele im Iran an, darunter auch Brücken. Der Iran reagierte erneut mit Angriffen auf US-Verbündete in der Region, darunter Jordanien, Kuwait und Bahrain.Lesen Sie auchWie am Samstag bekannt wurde, starben bei einem Angriff auf einen von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt in Jordanien zwei US-Soldaten. Ein weiterer Militärangehöriger werde vermisst, teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstag mit. Das Regionalkommando Centcom erklärte, vier US-Soldaten seien zudem verletzt worden, als sich die US-Armee und verbündete Truppen in Jordanien „gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten“.Es ist das erste Mal seit den Anfangstagen des Kriegs, den die USA und Israel am 28. Februar gemeinsam begannen, dass das US-Militär wieder Tote durch iranischen Beschuss meldet. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16. Trump reagierte auf die Nachricht der gefallenen Soldaten zunächst nicht öffentlich. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch „eine sehr traurige Sache“ sei. „Wir sehen das ungern“, sagte Trump demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Nach Angaben des Senders bekräftigte Trump auch seine im Zuge des Krieges vielfach vorgebrachte Botschaft, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe. Sein Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte die Mitteilung des US-Militärs auf der Plattform X und schrieb: „Gott sei mit euch, Helden.“ Zugleich signalisierte er, dass die USA an ihren Angriffen festhalten wollen: „Ihr Opfer stärkt nur unsere Entschlossenheit.“Die schwersten Schäden der jüngsten iranischen Angriffe entstanden in Kuwait, wo das iranische Militär nach Angaben der kuwaitischen Behörden und der staatlichen Ölgesellschaft eine Meerwasserentsalzungsanlage und eine Ölanlage angegriffen hatte.Bei den Angriffen wurden mehrere Menschen auf dem Gelände der Ölanlage verletzt. In der Meerwasserentsalzungsanlage brach ein Brand aus. Es war der zweite Angriff auf eine Entsalzungsanlage innerhalb von zwei Tagen in dem Wüstenstaat, der zu 90 Prozent auf Entsalzung für sein Trinkwasser angewiesen ist.Lesen Sie auchNach Angaben der kuwaitischen Feuerwehr wurden mehrere Feuerwehrleute und ein Arbeiter bei der Bekämpfung von zwei weiteren Bränden verletzt, die durch iranische Angriffe ausgelöst worden waren. Kuwait sperrte am Morgen vorübergehend seinen Luftraum; die Fluglinie Kuwait Airways teilte mit, dass die meisten Flüge von und in die Hauptstadt umgeplant würden.Die irakischen Behörden erklärten, über der Stadt Erbil seien Angriffsdrohnen abgefangen worden. Die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete, die Luftabwehrsysteme des Königreichs hätten iranische Raketen abgeschossen. In Bahrain wurde laut Angaben der Regierung mehrfach Luftalarm ausgelöst. Die Vereinigten Arabischen Emirate fordern angesichts der Eskalation der vergangenen Tage „ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch“. Ohne die Kriegsparteien USA und Iran namentlich zu erwähnen, mahnte das Außenministerium auf der Plattform X einen „sofortigen Stopp der Eskalation“ und äußerste Zurückhaltung an, „um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmaß an Gewalt und Instabilität zu verhindern“.Weniger Passagen durch die Straße von HormusTrump hat in den vergangenen Tagen erneut gedroht, iranische Kraftwerke und Brücken anzugreifen, um den Iran dazu zu zwingen, seinen Zugriff auf die Straße von Hormus zu lockern. Durch die Meerenge wurde in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Erdgases verschifft.Lesen Sie auchDas US-Außenministerium hat seine Bürger wegen der verschärften Spannungen im Nahen Osten weltweit zu „erhöhter Vorsicht“ aufgerufen. Die Warnung gilt insbesondere für Personen, die sich im Nahen Osten aufhalten, wie aus einer Mitteilung auf der Website des Ministeriums hervorgeht. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“.Auch außerhalb des Nahen Ostens seien diplomatische Einrichtungen der USA bereits ins Visier geraten, hieß es. Gruppen, die den Iran unterstützten, könnten weitere Orte in den Fokus rücken, die mit den Vereinigten Staaten und/oder US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in Verbindung stünden, warnte das US-Außenministerium.dpa/AP/sebe/luwi/saha