Der wachsende Wunsch nach technologischer Unabhängigkeit von den USA bringt die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich voran. Im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrats am Freitag haben beide Regierungen beschlossen, die europäische Datensouveränität zu stärken und der Dominanz von US-Tech-Konzernen im Sicherheits- und Militärbereich entgegenzutreten. Ein Pfeiler dieser Strategie ist die Entwicklung eines europäischen „digitalen Rückgrats“. Es soll eine tragfähige Alternative zu militärischer Software und Überwachungswerkzeugen aus den USA schaffen.
Besonders im Fokus steht der Big-Data-Riese Palantir. Die europäische Vorliebe für dessen Systeme bröckelt. Frankreichs Inlandsgeheimdienst hat angekündigt, den Vertrag mit der US-Firma zu beenden. Zuvor entschied sich bereits das Bundesamt für Verfassungsschutz gegen Palantir und für die französische Alternative ChapsVision.
Paris wirbt nun auch für seine KI-gestützte militärische Führungsplattform Arcadia. Die französische Exekutive positioniert sie als Gegenentwurf zum umstrittenen Palantir-System Maven, das derzeit etwa bei der NATO im Einsatz ist. Zwar hieß es aus Kreisen der Allianz noch kürzlich, es gebe keine echte europäische Alternative. Doch die gemeinsame Erklärung nach den Gesprächen zwischen Friedrich Merz (CDU) und Emmanuel Macron zeigt einen Kurswechsel auf.







