Der französische Inlandsgeheimdienst DGSI will seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen US-Tech-Unternehmen Palantir beenden. »Wir können im digitalen Bereich keine neuen strategischen Abhängigkeiten akzeptieren«, sagte Premierminister Sébastien Lecornu am Dienstag in einem in Onlinediensten verbreiteten Video. Lecornu kündigte an, dass Frankreich stattdessen 655 Millionen Euro in eine eigene Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) investieren werde, konkret in »Forschung, Unternehmen und Industriezweige«.

Frankreich dürfe nicht vom »guten Willen bestimmter Partner« abhängen, die in der Lage seien, den Zugang zu KI-Anwendungen zu sperren, sagte Lecornu. Ziel müsse es stattdessen sein, »echte Autonomie aufzubauen«, fügte er hinzu.Als Reaktion auf Lecornus Pläne erklärte der Vorsitzende des französischen Arbeitgeberverbands die angekündigten Ausgaben in Höhe von 655 Millionen Euro seien zu gering. Sie spiegelten »die sehr begrenzten Mittel wider, die Frankreich aufgrund des Zustands seiner öffentlichen Finanzen zur Verfügung stehen.«

Reaktion auf US-Modell-SperrePalantir ist auf Datenanalyse und KI spezialisiert und zählt neben Unternehmen auch Regierungen zu seinen Kunden. Mitgegründet wurde Palantir von dem aus Deutschland stammenden Techmilliardär Peter Thiel, der ein wichtiger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump ist. Die Palantir-Software vereinheitlicht Daten und macht sie sofort analysefähig. Dabei kommt KI zum Einsatz.