Kältetechniker : Sie kommen, wenn es heiß ist18.07.2026, 16:21Lesezeit: 3 Min.Für Kältetechniker ist der Sommer die stressigste Zeit. Die Auftragsbücher sind voll, und die Hitze macht auch den Monteuren zu schaffen. Warum sich frühes Aufstehen für sie lohnt.Während viele Menschen bei Temperaturen von mehr als 30 Grad nach Abkühlung suchen, beginnt für Kältetechniker die stressigste Zeit des Jahres. Dann häufen sich Notrufe aus Krankenhäusern, Seniorenheimen, Hotels oder Betrieben mit überhitzten Serverräumen. Und immer häufiger melden sich auch Privatleute, die nach schlaflosen Nächten endlich eine Klimaanlage haben möchten. Die Kältetechnik-Firma Hüfner in Heusenstamm (Kreis Offenbach) erlebt derzeit einen regelrechten Ansturm. „Es ist Wahnsinn, was in den letzten Wochen los war. Das Telefon steht nicht mehr still“, berichtet Geschäftsführerin Anja Mahlow-Hüfner. Viele Anrufer hofften, schon am nächsten Tag ein Montageteam vor der Tür zu haben. Doch so einfach sei das nicht.Auffällig sei, dass sich das Geschäft verändert habe. Während Unternehmen seit Jahren auf Klimatisierung setzten, entdeckten inzwischen immer mehr Hausbesitzer den Komfort gekühlter Räume für sich. „Generell steigt der Anteil der Nachfrage von Privatleuten, die ihre Häuser modernisieren und sich dann auch eine Klimaanlage einbauen lassen wollen“, sagt die Geschäftsführerin. Für Andreas Hüfner, technischer Betriebsleiter und Sohn des Firmengründers, ist das kein Zufall. Wer sein Haus energetisch saniert, neue Fenster einbauen lasse, das Dach erneuert oder Photovoltaik installiert, der denke häufig auch über mehr Wohnkomfort nach. Besonders Besitzer älterer, abbezahlter Häuser investierten inzwischen in Wärmepumpen oder Split-Klimaanlagen. Bei Neubauten werde dagegen aus Kostengründen häufiger auf eine Klimaanlage verzichtet, beobachtet er.Früher Luxus, heute StandardZu den Kunden des mittelständischen Handwerksbetriebs mit gut 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören unter anderem Unternehmen aus der Pharmaindustrie, Hotels, Betriebe der Systemgastronomie sowie Immobilienfirmen, die ältere Gebäude kaufen, sanieren und wieder verkaufen. Eine besondere Spezialität der Firma Hüfner ist nach eigenen Angaben die Klimatisierung denkmalgeschützter Gebäude – eine knifflige Aufgabe, die oft maßgeschneiderte Lösungen verlange. Dass Klimaanlagen heute immer selbstverständlicher werden, überrascht Hüfner nicht. Was früher als Luxus gegolten habe, werde zunehmend zum Standard – ähnlich wie einst bei Auto-Klimaanlagen. Es gehe heute um Komfortgewinn beim Wohnen und Arbeiten, stelle er fest. Da die Geräte in großen Stückzahlen produziert würden, seien sie deutlich günstiger geworden. „Wir machen hier standardisierte Montagen und auch dadurch wird alles erschwinglicher.“Die Hitze, unter der die Kunden leiden, macht allerdings auch den Monteuren zu schaffen. Klimageräte werden häufig auf Dächern, an Außenwänden und in aufgeheizten Gebäuden installiert. Doch mit Hitze müssten auch viele andere Berufe zurechtkommen, hebt der technische Betriebsleiter hervor. Trotzdem sieht Hüfner vor allem die schönen Seiten seines Berufs. „Wir kommen in der Regel, wenn es heiß ist, und gehen, wenn es kalt ist“, sagt der technische Betriebsleiter. Es sei „ein tolles Gefühl“, glückliche Auftraggeber zu hinterlassen.Damit die Arbeit an besonders heißen Tagen nicht zur extremen Belastungsprobe wird, beginnen viele Einsätze bereits in den frühen Morgenstunden. Wenn möglich, starten die Teams schon um fünf oder sechs Uhr, um der größten Mittagshitze auszuweichen. Dabei wird laut Mahlow-Hüfner immer gemeinsam mit den Beschäftigten entschieden, ob ein früher Arbeitsbeginn sinnvoll und gewünscht ist.Beim Nachwuchs läuft es für den Betrieb rund. Etwa sechs Jugendliche absolvieren bei Hüfner zurzeit ihre Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik. Die dreieinhalbjährige Ausbildung sei eine der längsten im Handwerk, sagt die Geschäftsführerin. Dem Unternehmen gelinge es meist, die ausgebildeten Fachkräfte im eigenen Haus zu halten.Wie sich die Arbeit eines angehenden Mechatronikers für Kältetechnik an heißen Sommertagen anfühlt, erlebt Marc Andres derzeit täglich. Der Auszubildende im dritten Lehrjahr setzt auf einfache, aber wirksame Mittel: „mit Sonnenschutz eincremen, viel trinken, einen Hut auf dem Kopf tragen und ab und zu in den Schatten gehen“.
Für Kältetechniker ist der Sommer die stressigste Zeit
Für Kältetechniker ist der Sommer die stressigste Zeit. Die Auftragsbücher sind voll, und die Hitze macht auch den Monteuren zu schaffen. Warum sich frühes Aufstehen für sie lohnt.







