Es gehört mittlerweile fest zur Dramaturgie großer Fußballspiele, dass prominente Spieler nach dem Tor ihren einstudierten Torjubel vorführen: Cristiano Ronaldo springt jedes Mal in die Luft, dreht eine halbe Pirouette und landet in breitbeiniger Pose, gefolgt von einem »Siuuu«-Triumphschrei – das ist mittlerweile sein Markenzeichen. Erling Haaland setzt sich auf den Boden und meditiert. Nico Schlotterbeck zeigt seinen Bizeps. Harry Kane küsst den Finger, an dem er seinen Ehering trägt. Und Kylian Mbappé hat sein Ritual, bei dem er die Arme vor der Brust verschränkt, sogar als Marke eintragen lassen. Doch der Torjubel dieser Weltmeisterschaft ist weder Ronaldos Siuuu noch Kanes Handkuss: Es sind das Gebet und das Glaubensbekenntnis.