Die USA und Iran haben ihr Rahmenabkommen aufgekündigt. Hat die Waffenruhe überhaupt etwas gebracht?Die Lage am Persischen Golf bleibt festgefahren. In der vergangenen Woche hat das amerikanische Militär wieder fast jede Nacht und auch tagsüber Ziele in Iran attackiert. Iran reagierte darauf mit Gegenangriffen auf Militärbasen in den benachbarten Golfstaaten und Jordanien. Im Kern des Schlagabtauschs steht die Strasse von Hormuz, die Teheran weiterhin kontrollieren will.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zwar hatten sich die USA und Iran vor einem Monat auf ein Memorandum of Understanding geeinigt, das Donald Trump Mitte Juni in Versailles unterzeichnete. Doch die Übereinkunft währte nicht lange: Nach iranischen Angriffen auf Schiffe in der Strasse von Hormuz erklärte der amerikanische Präsident das Friedensabkommen Anfang Juli wieder für beendet. Trump betonte, er wolle nicht länger mit Iran verhandeln.Damit ist vorerst ein weiterer Versuch gescheitert, den Iran-Krieg zu beenden. Die Grafik zeigt, dass die Verhandlungen zwischen den USA und Iran dennoch etwas bewirkt haben. Während es laut den Datenspezialisten der Organisation Acled vor der Waffenruhe am 8. April zu 3752 Attacken zwischen den Kriegsparteien kam, sind seither nur 452 Angriffe erfasst worden (Stand 17. Juli 2026).Vor den neusten Eskalation am 7. Juli haben die Konfliktparteien etwa alle drei Tage gegen die Waffenruhe verstossen. Dabei warfen sie sich jeweils gegenseitig vor, sich nicht an die ausgehandelte Vereinbarung zu halten.Aus diesem Grund eskalierten auch die Kämpfe am 7. Juli: Nach mutmasslichen iranischen Raketenangriffen auf Handelsschiffe in der Strasse von Hormuz entzogen die USA als Vergeltung für diesen Bruch des Waffenstillstands Iran die Erlaubnis für Ölexporte und führten Luftangriffe auf militärische Ziele entlang der iranischen Küste aus. Iran reagierte darauf umgehend mit Vergeltungsschlägen gegen amerikanische Militärbasen in Bahrain und Kuwait.Verändert hat sich auch das Verhältnis der Angriffe. In den ersten Wochen des Krieges führten die USA und Israel deutlich mehr Angriffe durch als Iran: Auf drei Angriffe von den USA und Israel kam etwa ein Gegenschlag von Iran. Während der ruhigeren Zeit der Waffenruhe hingegen griff Iran öfters an. Seit der Eskalation vom 7. Juli attackieren die USA wieder vermehrt.Dennoch scheinen beide Seiten vor einer weiteren Eskalation zurückzuschrecken. Die USA beschränken sich weitgehend auf iranische Ziele entlang der Küste des Persischen Golfs – wobei sie jüngst auch wieder einige Angriffe im Landesinneren ausführten. Trump schaut möglicherweise schon auf die Midterm-Wahlen und will den in der Bevölkerung unbeliebten Krieg möglichst bald beenden. Sonst könnte den Republikanern ein Wahldebakel drohen.Auch die iranischen Angriffswellen fallen deutlich kleiner aus als noch während des Krieges. Teheran dürfte ein Interesse daran haben, den Krieg mit überschaubaren Mitteln in die Länge zu ziehen. Mit jedem Tag, an dem die Strasse von Hormuz blockiert ist, kann Teheran den Druck auf die Weltwirtschaft erhöhen und dadurch seine Verhandlungsposition stärken. Die Grafik zeigt: Eine Waffenruhe bedeutet noch keinen Frieden. Ihr Bruch aber auch nicht, dass der Krieg in voller Härte zurückkehrt.Passend zum Artikel
Kein Frieden, aber auch kein Krieg: Diese Grafik zeigt jeden Angriff zwischen USA und Iran
Kein Krieg, kein Frieden: Nach dem geplatzten Abkommen zeigt unsere Grafik den Kriegsverlauf – jeden Angriff zwischen USA und Iran seit der Waffenruhe.











