PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostZehnte Nacht in Folge mit US-Angriffen – Vermittler unterbreiten offenbar Vorschlag für WaffenruheStand: 05:48 UhrLesedauer: 3 MinutenUS-Soldaten warten darauf, ein F/A-18-Kampfflugzeug mit Bomben auszurüsten (Symbolbild)Quelle: Us Navy/U.S. Navy/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpaErneut haben die USA eine Angriffswelle auf den Iran durchgeführt. Die iranische Armee hat einen US-Stützpunkt in Kuwait angegriffen. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler unterbreiten laut eines Medienberichts einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe.Die US-Armee hat am Montagabend eigenen Angaben zufolge eine neue Angriffswelle gegen den Iran durchgeführt. Ziel seien militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit. So sollen die Möglichkeiten Irans, weiter Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, geschwächt werden. Damit griffen die USA in der inzwischen zehnten Nacht in Folge Ziele der Islamischen Republik an.Im Iran wurden durch örtliche Medien Explosionen in mehreren Gebieten des Landes gemeldet. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman festgestellt. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans.Der Iran führte am Montag und in der Nacht zu Dienstag erneut Vergeltungsangriffe in der Golfregion aus. Dabei hat das jordanische Militär nach eigenen Angaben drei iranische Raketen abgeschossen. Die Geschosse seien am Montagabend abgefangen worden, teilte das Militär mit. Bei dem Vorfall habe es weder Verletzte noch Sachschäden gegeben. Aus dem Iran lag zunächst keine Stellungnahme vor.Die iranische Armee meldete stattdessen, sie habe einen US-Stützpunkt in Kuwait angegriffen. „Die Bodentruppen der Armee nahmen die auf dem Stützpunkt Arifjan in Kuwait stationierten Himars-Raketensysteme der US-Terrorarmee mit Boden-Boden-Raketen ins Visier“, erklärte die Armee nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna.Unterdessen bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal „Axios“ aus Quellen. Auch das „Wall Street Journal“ berichtete über den Vorschlag.Lesen Sie auchDie Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung. Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Maßnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schließen könnten, zitierte „Axios“ US-Beamte.US-Präsident Donald Trump empfängt heute Libanons Präsidenten Joseph Aoun. Bei dem ersten Besuch eines libanesischen Staatschefs im Weißen Haus seit 2009 dürfte es vorrangig um eine Festigung der geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon gehen.Am Montag hatte Trump Teheran noch mit Rache für die zuletzt getöteten US-Soldaten gedroht. „Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er dafür ein Vielfaches bezahlen“, erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump reist nach DelawareTrump werde am Dienstagabend zu einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Delaware reisen, um dort die Ankunft der sterblichen Überreste der kürzlich getöteten Soldaten auf US-Boden zu verfolgen, erklärte seine Sprecherin Karoline Leavitt im Onlinedienst X.In den vergangenen Tagen waren im Iran-Krieg drei US-Soldaten getötet worden. Zwei Tote gab es am Freitag bei iranischen Luftangriffen in Jordanien. Bei den beiden Opfern handelte es sich um einen 25-Jährigen aus dem Bundesstaat Hawaii und eine 19-Jährige aus Texas. Wie das US-Militär mitteilte, wurden dort auch weitere, noch nicht identifizierte menschliche Überreste gefunden. Ein weiterer Soldat starb im Irak bei der Vernichtung von Munition aus einer iranischen Drohne. Insgesamt sind seit Beginn des Krieges Ende Februar 17 US-Militärangehörige getötet worden.In der Straße von Hormus ist unterdessen erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.AFP/AP/dpa/luwi